Retrospektive Studie zum Vergleich der Ergebnisse von chirurgischen und medikamentösen persistierenden Ductus arteriosus Verschlüssen
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Zusammenfassung
Das Ausbleiben eines physiologischen DA-Verschlusses in den ersten Lebenstagen und damit die Entstehung eines PDA ist ein überwiegendes Problem der Frühgeburtlichkeit, insbesondere bei einem Geburtsgewicht von unter 1500 g. Das primäre Ziel eines PDAVerschlusses liegt zum einen in der Prävention von kardialen, pulmonalen, zerebralen, gastrointestinalen und renalen Komplikationen und zum anderen in der Verbesserung der physischen und psychischen früh- und spätkindlichen Entwicklung. Die Therapie der ersten Wahl sieht eine medikamentöse Behandlung mit COX-Hemmern (Ibuprofen/Indometacin) vor. Situationsbedingt kann auch eine operative Ligation in Betracht gezogen werden. Entweder als primäre Therapie oder nach frustranem konservativen Therapieversuch. Sowohl während der Therapie, als auch außerhalb des stationären Aufenthaltes, haben beide Therapieoptionen ein nicht zu missachtendes Nebenwirkungsprofil gezeigt. Dadurch ist es von großer Bedeutung, für jeden Patienten die passende Therapie zum richtigen Zeitpunkt herauszufinden. Der Schwerpunkt hiesiger explorativen Studie liegt im retrospektiven Vergleich von 60 Probanden, die mit einem isolierten PDA im Kinderherzzentrum und der Neonatologie des UKGM, Standort Gießen von 2003-2013 behandelt worden sind. In der Studie konnte dargelegt werden, dass in der operativen Behandlungskohorte nicht nur Hinweise auf höhere posttherapeutische CRP-Werte deutlich geworden sind, sondern auch eine längere Beatmungszeit, eine längere Intensivliegedauer und eine geringere Urinausscheidung. Allerdings hat die operative Therapie schlussendlich eine Verschlussrate von 100 % gezeigt. Die medikamentöse Behandlungskohorte hat, ähnlich wie in anderen Studien, eine deutlich niedrigere dauerhafte Verschlussrate gezeigt (56,7 %). Eine gegenseitige Beeinflussung der Parameter, neben den unterschiedlichen Therapieformen (medikamentös/operativ, FL/SL, med. Vortherapiert/primär operativ), konnte nur innerhalb der Beatmungsdauer (vor/nach Therapie) bestätigt werden. Besonders auffällig ist in hiesigem Kollektiv die hohe Rate an pulmonalen Komplikationen. Hierbei hat sich die operative Behandlungskohorte im Vergleich zur medikamentösen Behandlungskohorte mit einer vermehrten Entwicklung von pulmonaler Blutungen (16,7 %) und einer pulmonalen Hypertonie (20 %) gezeigt. In der Zwei-Jahres-Entwicklung ist dahingegen ein Trend deutlich geworden, dass beide Behandlungskohorten im Bereich Motorik, Kognition sowie Hör- und Sprachentwicklung gleichermaßen unterentwickelte Ergebnisse erzielt haben. Auch eine mögliche präoperative Behandlung mit COX-Hemmern hat im direkten Vergleich zur alleinigen operativen Therapie keinen negativen Effekt auf die Zwei-Jahres-Entwicklung gezeigt. Insgesamt stimmen die Ergebnisse dieses Kollektivs mit der aktuellen Studienlage überein. Neue Erkenntnisse sind hinsichtlich der optimalen prätherapeutischen Beatmungslänge und ihren möglichen Einfluss auf die posttherapeutische Beatmungslänge sowie die Wahl des richtigen Operationszeitpunktes entstanden. Das gehäufte Auftreten von pulmonalen Komplikationen in der operativen Behandlungskohorte unterstützt das aktuelle leitlinienkonforme Therapieregime, welches eine primär konservative Therapie bei einem isolierten PDA vorsieht.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
