Behandlungsergebnisse nach Wachstumsfugenlösungen der distalen Tibia : Resultate einer prospektiven multizentrischen Studie

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Traumatische Wachstumsfugenverletzungen der distalen Tibia sind seltene Frakturen mit einem Altersgipfel zwischen 11 und 12 Jahren. Die Frakturen vom Typ Salter-Harris I und II werden in Epiphyseolysen mit oder ohne metaphysären Keil eingeteilt. Die vorlie- gende Studie stellt die prospektive multizentrische Erhebung von Inzidenz, Behandlungsstrategien und -ergebnissen und die Entstehung von Wachstumsstörungen dieser kindlichen Frakturen dar. Aus entstandenen Wachstumsstörungen sollten sich konkrete Hinweise auf Einflussfaktoren ergeben, welche sich positiv auf das Behandlungsprocedere auswirken würden. Die Hypothese einer deutlich geringeren Inzidenz von Wachstumsstörungen nach Epiphyseolysen als in der gängigen Literatur wurde gestellt. Über einen Zeitraum von 36 Monaten wurden in dieser multizentrischen Studie von 21 teilnehmenden kindertraumatologischen Kliniken 150 Fälle mit einer Epiphyseolyse der distalen Tibia nach Einverständnis der Eltern eingeschlossen. Die Patienten wurden anschließend nach einem festgelegten Protokoll über maximal 36 Monate nachuntersucht. Zu jedem Untersuchungszeitpunkt (2, 3, 6, 12, 24, 36 Monate) wurden anamnestische Daten, ein klinisch-radiologischer Befund und die subjektive Ergebniszufriedenheit der Patienten zur Dokumentation posttraumatischer Wachstumsstörungen erhoben. Die statistische Erhebung wurde durch das Institut für Evaluative Forschung in der Medizin der Universität Bern (MEMdoc) begleitet. Alle statistischen Analysen wurden mit SAS 9.4 durchgeführt und, um die Signifikanz der Unterschiede zwischen interessierten Gruppen zu prüfen, wurde der Wilcoxon-Rangsummen-Test für unabhängige Zweistichproben verwendet. Das Studienprotokoll wurde von der Ethikkommission des Fachbereichs der Justus-Liebig-Universität Gießen genehmigt. Teile der Untersuchungsergebnisse, das Aufkommen und die Behandlungsstrategien von Wachstumsfugenlösungen Salter-Harris I und II der distalen Tibia wurden bereits publiziert [45]. In der vorliegenden Studie kam es zu deutlichem Überwiegen von SH II-Verletzungen mit einem Verhältnis von 1:8,33. Aufgrund des geringen Stichprobenumfanges reiner Epiphyseolysen (SH I) konnten hier nur bedingt Aussagen hinsichtlich der Entstehung von Wachstumsstörungen getroffen werden. Hier erscheint eine Untersuchung mit größerem Stichprobenumfang sinnvoll. Beinlängendifferenzen kamen insgesamt in 12% und Achsdeviationen in 6,7% der Fälle über den gesamten Nachuntersuchungszeitraum vor. Daraus ergaben sich n=4 Patienten (2,7%) mit chirurgisch relevanten Folgen einer Wachstumsstörung (SH I: n=1 und SH II: n=3). Die geringe Prävalenz an korrekturrelevanten Wachstumsstörungen nach Epiphysenlösungen der distalen Tibia ist ein klarer Hinweis darauf, dass posttraumatische Wachstumsstörungen im klinischen Alltag überschätzt werden. Das späte Auftreten von Wachstumsstörungen bestätigt die Notwendigkeit langer Nachuntersuchungsintervalle von bis zu 36 Monaten nach Epiphyseolysen der distalen Tibia.

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