Einfluss von Umgänglichkeitsmaßnahmen auf das Verhalten von Saugkälbern unter besonderer Berücksichtigung von Alter, Rasse und Geschlecht der Tiere sowie Häufigkeit der Maßnahmen

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Ziel der vorliegenden Arbeit war eine Einschätzung des Temperaments von Saugkälbern mit Hilfe von zwei Testverfahren, die die Bewegungsmöglichkeit der Kälber einschränken. Insbesondere wurde untersucht, ob bei mehrmals durchgeführten Tests bei Kälbern ein Gewöhnungseffekt auf das Verhalten der Kälber erkennbar wird, der sich bei späteren Maßnahmen positiv auswirkt. Weiterhin waren Temperamentunterschiede zwischen den verwendeten Rassen Dt. Angus und Dt. Fleckvieh sowie zwischen männlichen und weiblichen Kälbern Ziel der Untersuchung. Die Versuche wurden im Jahr 2002 mit 244 Nachkommen von 7 Dt. Angus- und 6 Dt. Fleckvieh-Bullen durchgeführt. Es wurden zwei Testverfahren eingesetzt, die zur Einschätzung des Temperaments geeignet sind: der Anbindetest und der Wiegetest. Nach der Geburt und beim Wiegetest wurde von allen Kälbern das Körpergewicht erfasst. Außerdem wurde bei allen Tests eine Blutprobe zur Ermittlung des Serumkortisolgehaltes entnommen. Mit Kälbern bis zur 5. Lebenswoche wurde bis zu drei Mal der Anbindetest durchgeführt. Der Wiegetest kam ab dem 3. Lebensmonat zur Anwendung und wurde nach dem Absetzen von den Muttertieren wiederholt. Beim Anbindetest wurde das Temperament der Kälber mit einem Score von bis fünf beurteilt, außerdem wurde die Zeit, die sie sich in Bewegung befanden, erfasst. Während ein Kalb angebunden war, wurde ebenfalls das Verhalten dessen Muttertieres mit einem Score von bis fünf benotet. Beim Wiegetest wurden die Art des Ein- und Austritts in bzw. aus der Waage mit einem Score von eins bis drei beurteilt, ebenso wie viel Zeit hierfür benötigt wurde. In der Waage wurde das Temperament mit einem Score von eins bis fünf beurteilt. Weiterhin wurde zu diesem Zeitpunkt der Hornstatus der Fleckviehkälber aufgenommen. Die Temperamentparameter wurden mit Hilfe von Varianzanalysen berechnet. Bei beiden Tests wurden außerdem Lautäußerungen, Kot- und Harnabsatz erfasst. Diese Parameter wurden rein deskriptiv ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass bei Kälbern bis zur 5. Lebenswoche ein Gewöhnungseffekt an Handlingmaßnahmen auftrat, der aber nicht über einen längeren Zeitraum anhielt. Außerdem stellte sich heraus, dass die Fixierung in einem Fangstand den Tieren mehr Stress bereitet als das Anbinden mit einem Kopfstrick. Dt. Fleckvieh-Kälber zeigten sich tendenziell schwieriger im Umgang als Dt. Angus-Kälber, was sich in etwas längerer Bewegungszeit beim Anbindetest, etwas schnelleren Fluchtgeschwindigkeiten beim Verlassen der Waage und höheren Kortisolwerten beim Wiegetest äußerte. Ebenso waren weibliche Kälber tendenziell unruhiger als männliche Tiere. Dies äußerte sich in geringfügig längerer Bewegungszeit beim Anbindetest und schnellerem Eintritt in die Waage. Auch hatten sie bei allen Tests tendenziell höhere Serumkortisolkonzentrationen. Zwischen den Nachkommen der einzelnen Bullen waren Unterschiede erkennbar, die auf eine genetische Veranlagung von Temperament hindeuten. Die Behornung der Fleckvieh-Kälber wirkte sich nicht auf das Temperament aus. Die Serumkortisolkonzentration zeigte sich nicht geeignet als Indikator für das Temperament. Kot- und Urinabsatz, sowie Lautäußerungen konnten nur teilweise als Untermauerung des Temperaments erkannt werden.Weiterhin konnte ein Zusammenhang zwischen der Gewichtsentwicklung der Kälber und deren Temperament dahingehend hergestellt werden, dass schwere Kälber niedrigere Temperamentscores erhielten. Abschließend lässt sich sagen, dass Gewöhnungseffekte durch einzelne Maßnahmen erzielt werden können. Um langfristig erleichterten Umgang v.a. mit älteren Tieren zu erreichen sind jedoch weitere Versuche notwendig, die z.B. Vergleichbarkeit der Testmethoden und Abstände zwischen den Tests berücksichtigen.

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler 2006

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