Untersuchungen zum Verhalten von Uran im System Boden/Pflanze unter besonderer Berücksichtigung des Uraneintrags durch mineralische Phosphordünger

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Das Verhalten von Uran in der Umwelt und das sich daraus ableitende Gefährdungspotential für den Menschen werden in der Fachliteratur kontrovers diskutiert. Mineralische Phosphordünger können erhebliche Uran-Konzentrationen beinhalten, sodass durch deren Einsatz Uran in Agrarökosysteme eingetragen werden kann. Es ist immer noch unklar, ob und in welchem Ausmaß dieses düngerbürtige Uran über den Konsum kontaminierter Wässer oder pflanzlicher Ernteprodukte in die menschliche Nahrungskette gelangen kann. Die Mobilität und Verfügbarkeit von Uran im Agrarökosystem wird entscheidend durch dessen Verhalten in der Pedosphäre bestimmt. Diese bildet durch Interaktion mit organischen und anorganischen Bestandteilen ein wirkungsvolles Speicher- und Filtersystem für Schadstoffe und beeinflusst somit maßgeblich den Verbleib von Uran in der Umwelt. Um das Gefährdungspotential von Uran besser abschätzen zu können, wurde in der vorliegenden Arbeit dessen Verhalten im System Boden/Pflanze unter Berücksichtigung des Uran-Eintrags durch mineralische Phosphordünger untersucht. Zielsetzungen waren (A) die allgemeine Verteilung von Uran im Boden zu ermitteln, (B) den Einfluss von CaCO3 auf das Sorptionsverhalten von Uran zu untersuchen und (C - D) den Effekt variierender Bodeneigenschaften und (E) der Zugabe von mineralischem Phosphordünger auf die Uran-Aufnahme von Weidelgras zu quantifizieren.Die Ergebnisse der Teilstudien geben Grund zu der Annahme, dass von dem Einsatz mineralischer Phosphordünger kein akutes Gefährdungspotential im Sinne des Verbraucherschutzes ausgeht. Die untersuchten Böden zeigten überwiegend ein hohes bis sehr hohes Sorptionsvermögen für Uran. Gleichzeitig wurde nur ein geringer Boden-Pflanze-Transfer festgestellt, wobei der überwiegende Teil in/an den Pflanzenwurzeln akkumulierte. Es kann somit sowohl die Verfügbarkeit im Boden als auch die Aufnahme von Pflanzen allgemein als niedrig eingestuft werden. Weiterhin konnten Standortfaktoren identifiziert werden, die eine höhere Uran-Verfügbarkeit im Boden begünstigen. Neben sehr hohen und niedrigen pH-Werten bewirkten vor allem hohe CaCO3-Gehalte im Boden eine höhere Uran-Verfügbarkeit. Jedoch verursachte weder die Zugabe von CaCO3 noch die Applikation von Phosphordünger einen signifikant höheren Boden-Pflanze-Transfer. Vor diesem Hintergrund bleibt zu überprüfen, ob das unter Laborbedingungen nachgewiesene Uran-Mobilisierungspotential durch CaCO3 unter Freilandbedingungen ähnlich ausgeprägt ist und somit der Einsatz von Kalk in der Landwirt-schaft eine Verlagerung von uranhaltigen Verbindungen begünstigt.

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