Todesverlangen bei Sterbenden - Implikationen für Palliative Care

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Diese Arbeit geht der Frage nach, wie häufig und aus welchen Gründen sterbende Patientennach einer Abkürzung des Sterbeprozesses durch aktive Sterbehilfe bzw. assistiertenSuizid verlangen. Während die ersten Publikationen im anglo-amerikanischenSprachraum knapp 25 Jahre alt sind, hat dieses Thema in Deutschland wissenschaftlichwenig, aber wachsende Aufmerksamkeit erfahren. Die Literaturrecherche in medizinischen,medizinethischen und palliativmedizinischen / hospizlichen Zeitschriften zeigt,daß ca. 0-21 % der am häufigsten untersuchten Patientengruppe der PalliativpatientenTodesverlangen äußern. Die Gründe dafür scheinen vor allem in psychischen undsozialen Faktoren zu liegen. Depressionen und Hoffnungslosigkeit finden in den untersuchtenPublikationen am häufigsten Erwähnung, physische Probleme wie Schmerzenund andere Symptombelastungen scheinen hingegen nur eine untergeordnete Rolle zuspielen.Unter ausführlicher Berücksichtigung der historischen Entwicklung von Palliative Careund der soziokulturellen Umstände ihrer Entstehung wird die Ablehnung von aktiverSterbehilfe und assistiertem Suizid analysiert und im Lichte der vorgestellten Forschungsergebnissezu Todesverlangen kritisch neu bewertet. Letztere lassen Zweifel an der Richtigkeitder Hypothese aufkommen, dass Palliative Care aktive Sterbehilfe und assistiertenSuizid überflüssig macht, was in der Sterbehilfedebatte ein häufig benutztes Argumentationsmusterdarstellt. Gleichzeitig wird gezeigt, dass aktive Sterbehilfe und assistierterSuizid keine unversöhnlichen Gegensätze zu Palliative Care darstellen, sondern durchausÜberschneidungen in moralischen Werte zeigen, was sich auch in der Zustimmung nichtunerheblicher Teile der Palliativmedizin und der Hospizbewegung ausdrückt. PalliativeCare wird deswegen die bislang rigoros vertretene Ablehnung von aktiver Sterbehilfeund assistiertem Suizid überdenken bzw. neu begründen müssen.

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