Im Rahmen der hier vorliegenden Arbeit wurden drei potentielle chalkogenid basierte thermoelektrische Materialsysteme bezüglich ihrer strukturellen als auch thermoelektrischen Eigenschaften untersucht. Dabei lag das Augenmerk auf Materialien, welche aus gut verfügbaren und nicht toxischen Elementen bestehen, da diese für eine kommerzielle und breite Anwendung für die Wärmerückgewinnung mittels Thermoelektrika notwendig ist. Darüber hinaus muss auf die thermoelektrische Effizienz geachtet werde, welche durch die Gütezahl zT gegeben ist. Für eine hohe Effizienz müssen Thermoelektrika eine hohe elektrische Leitfähigkeit und einen ebenfalls hohen Seebeck-Koeffizienten aber zugleich eine niedrige thermische Leitfähigkeit besitzen. Innerhalb dieser Arbeit wurden die strukturellen und thermoelektrischen Eigenschaften von AgxTiS2 untersucht. Die strukturelle Charakterisierung zeigt einen erfolgreichen Silbereinbau bis zu einem Gehalt von x = 0,4 und ein Löslichkeitslimit bei x = 0,42. Die thermoelektrische Gütezahl zeigt aufgrund der deutlichen Abnahme des Seebeck-Koeffizienten und der Zunahme der thermischen Leitfähigkeit keine Verbesserung. Allerdings konnte gezeigt werden, dass aufgrund der Vorzugsorientierung bei diesem Materialsystem die richtungsabhängige Messung von größter Wichtigkeit ist. Die Proben der AgBi1-xSbxSe2 Reihe zeigen einen erfolgreichen Einbau von Sb3+ auf beide Bi3+- Positionen trotz des strukturellen Unterschiedes bei Raumtemperatur. Es konnte ein erfolgreicher Einbau von Sb3+ bis zu einem Gehalt von x = 0,15 erreicht werden. Durch den Einbau von Antimon konnte die zweite Phasenumwandlungstemperatur um 40 K reduziert werden. Die thermoelektrischen Eigenschaften zeigen einen Wechsel der Ladungsträger von Elektronen zu Löchern hin, welcher vermutlich durch intrinsische Defekte im Material hervorgerufen werden. Zuletzt wurde die feste Lösung von CuSbS2-xSx strukturell und auf ihre thermische Leitfähigkeit hin charakterisiert, da dieses Materialsystem bislang nur wenig in der Literatur beschrieben wurde. Die strukturelle Charakterisierung beweist einen erfolgreichen Einbau von Selen in die Struktur, jedoch in Anwesenheit einer Nebenphase. Des Weiteren nehmen die Gitterparameter und Polyedervolumen mit steigendem Selengehalt linear zu. Aufgrund der großen Bandlücke und des dadurch hohen elektrischen Widerstandes der Proben konnte hier nur die thermische Leitfähigkeit der Proben gemessen werden.
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