Alexithymie und Diabetes mellitus

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Hintergrund:Der Verlauf der Diabetes-Erkrankung wird unter anderem durch individuelles Verhalten maßgeblich bestimmt. Der Umgang mit der Erkrankung und deren Anforderungen setzt die Verfügbarkeit von hinreichenden krankheitsspezifischen Informationen voraus, welche etwa über Schulungen vermittelt werden können. Zusätzlich scheinen psychologische Bedingungen, wie etwa die Fähigkeit zur Selbstfürsorge und der angemessene Umgang mit den eigenen Bedürfnissen, weitere wichtige Faktoren zu sein, um eine gute Blutglukoseeinstellung gewährleisten zu können. Nicht selten lässt sich beobachten, dass manche Diabetiker trotz ausreichender Kenntnisse nicht die notwendige Compliance aufbringen können, um mögliche Komplikationen und Spätfolgen vermeiden zu können. Unter dem klinischen Begriff der Alexithymie fasst man die Schwierigkeiten eines Menschen, Gefühle adäquat bei sich wahrnehmen, ausdrücken und voneinander unterscheiden zu können. Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang von Diabetes und Alexithymie im Rahmen einer Patientenschulung.Methode:121 Patienten nahmen an einer Diabetesschulung in der Medizinischen Klinik I des Universitätsklinikums Frankfurt am Main teil. Die Schulung erfolgte über einen 12-tägigen vollstationären Aufenthalt in einer Gruppe von je 10 Patienten. Neben Erfassung der soziodemographischen Variablen wurden die Art der Diabetes mellitus Erkrankung, die Diabetesdauer, Behandlung, Komplikationen, Spätfolgen, der HbA1c im Verlauf sowie allgemeine Laborparameter erfragt.Am ersten sowie letzten Tag der Diabetesschulung wurde die Basisdokumentation sowie der Toronto-Alexithymie-Fragebogen erhoben.Ergebnisse:Die Patienten der Diabetesschulungsgruppe wiesen signifikant mehr alexithyme Persönlichkeitsmerkmale auf als die Normalbevölkerung. Der Gesamt-TAS bestehend aus allen 3 Skalen zeigte einen Wert von 2,57 vs. 2,42 (p<.007). Bei der Skala 1 Identifikation von Gefühlen wies die Untersuchungsstichprobe einen erhöhten Wert von 2,48 vs. 2,02 (p<0,00) auf.Bei Skala 2 Beschreibung von Gefühlen lag die Untersuchungsgruppe bei 2,74 vs. 2,60 (p<0,076). Der Unterscheid der beiden Werte liegt jedoch nicht über dem Signifikanzniveau.Der externale Denkstil (Skala 3) zeigte bei dem Patientenklientel einen signifikant niedrigeren Wert von 2,52 vs. 2,73 (p<0,001).In den weiteren Untersuchungen bezüglich der Einstellung des Diabetes, der unterschiedlichen Schulabschlüsse sowie der auftretenden Spätfolgen zeigen sich keine Hinweise auf ein erhöhtes Auftreten der Alexithymie.Diskussion:Der Diabetes erfordert eine ständige und tägliche Auseinandersetzung mit der Erkrankung. Die Alexithymie kann daher nach Freyberger auch als Abwehrmechanismus gegen die aus der Erkrankung resultierenden Emotionen, die die betreffende Person nicht akzeptieren oder bewältigen kann, angesehen werden.Eine psychotherapeutische Betreuung sollte daher bei Diabetes-Patienten in die alltägliche Behandlung mit in Betracht gezogen werden.

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