Untersuchungen zu dem Einfluss verschiedener Brutbedingungen auf die embryonale und mitochondriale Stoffwechselaktivität unter besonderer Berücksichtigung der Gewichtsentwicklung, der Ausprägung histometrischer Parameter und der Fleischbeschaffenheit bei Flugenten

Lade...
Vorschaubild

Datum

Autor:innen

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Ziel der hier vorliegenden Arbeit war es zu analysieren, inwieweit es möglich ist, durch die Erfassung zellphysiologischerSekundärmerkmale, insbesondere durch Parameter, die zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt zu ermitteln sind, speziesübergreifendAussagen über die spätere Leistungsfähigkeit der geprüften Tiere zu treffen. Im Mittelpunkt stand dabei die embryonale Atmungsaktivität,des weiteren wurden mitochondriale Stoffwechselparameter, endokrinologische Kriterien, ausgewählte Organgewichte und dieEntwicklung der Lebendmasse bestimmt. Zusätzlich erfolgte eine Modifikation der Brutbedingungen, um zu klären, ob sich bestehende Zusammenhänge durch suboptimaleBruttemperaturen und eine Halothanbehandlung deutlicher darstellen lassen. Dabei sollte durch die Inkubation bei suboptimalenBedingungen schon während der Brut eine Vorselektion auf Vitalität erfolgen. Zu diesem Zweck wurden 670 Flugenteneier der Linie R 71 des Zuchtunternehmens Grimaud und Brinkmann (Balve-Beckum) beiverschiedenen Bruttemperaturen bebrütet (36,5; 37,5 und 38,5 °C). Bei allen Bruteiern erfolgte am 25. Bruttag die Erfassung der embryonalen Atmungsaktivität, am 26. Inkubationstag wurde dann bei derHälfte der Eier eine Halothanbehandlung mit anschließender Aufzeichnung des O2-Verbrauchs durchgeführt. Die Höhe der Bruttemperaturwirkte sich nachhaltig auf die Stoffwechselaktivität und die Entwicklung der Lebendmasse aus. Insbesondere die embryonaleAtmungsaktivität variierte in Abhängigkeit von der Bruttemperatur. Zusätzlich ergaben sich deutliche Effekte durch die Halothanbehandlung. Der Sauerstoffverbrauch stieg mit zunehmender Bruttemperatur, durch die Halothan-einwirkung kam es zu einer Reduktion derAtmungsaktivität. Bei der Erfassung der embryonalen Atmung konnten deutliche Unterschiede zwischen der Stoffwechselaktivität vonschlupffähigen und nicht schlupffähigen Probanden gemessen werden. Außerdem veratmeten männliche Embryonen signifikant mehrSauerstoff als weibliche. Die alternativen Inkubationsbedingungen wirkten sich negativ auf das Schlupfergebnis aus. Insgesamt betrug die Schlupfrate 39,5 %. Diehöchste Embryonensterblichkeit ergab sich bei 36,5 °C, das beste Schlupfergebnis bei 38,5 °C. Das Halothan hatte keinen Einfluss auf dieSchlupfrate. Die Entwicklung der Lebendmasse war bei 38,5 °C bebrüteten Tieren zunächst stärker ausgeprägt als bei den übrigen Gruppen, zumEnde der Mast kompensierten die Tiere der anderen Gruppen diesen Rückstand, und die bei 36,5 °C inkubierten Enten zeigten bei derSchlachtung die höchsten Gewichte. Die Halothanbehandlung bewirkte in der zweiten Masthälfte fortschreitende Reduktionen derZunahmen. Die Höhe der Gewichtsentwicklung korrelierte in Abhängigkeit von den Brutbedingungen mit der embryonalen Atmung, endokrinologischenKriterien (Thyroxin), der mitochondrialen Stoffwechselaktivität, der mitochondrialen Enzymwirkung (SDH u. GLDH), Herz- undLebergewichten sowie mit histometrischen Merkmalen. Die Korrelationen zwischen der Entwicklung der Lebendmasse und dem embryonalen O2-Verbrauch waren bei Optimaltemperatur hochpositiv und im Vergleich zu den suboptimalen Temperaturen statistisch hochsignifikant. Mit zunehmenden Bruttemperaturen nahm die mitochondriale Stoffwechselaktivität der Enten zu. Die halothanbehandelten Tiere warendabei den unbehandelten leicht überlegen. Bei den männlichen Enten ergaben sich positive Zusammenhänge zwischen dermitochondrialen Atmung und der Mastleistung, die Effizienz der oxidativen Phosphorilierung war hingegen negativ mit dem Zuwachskorreliert. Bei den weiblichen Tieren ergaben sich im Vergleich dazu mit Ausnahme der bei 38,5 °C bebrüteten Tieren positiveZusammenhänge. Die Thyroxinkonzentrationen waren bei den weiblichen Tieren deutlich höher als bei den männlichen Tieren. Die Höhe der Bruttemperaturwirkte sich deutlich auf die Thyoxinspiegel aus. Die höchsten Gehalte zeigten die Kontrolltiere, die geringsten Werte wurden bei den bei36,5 °C inkubierten Probanden gemessen. Bei dieser Gruppe war die Höhe des Hormongehaltes signifikant positiv mit derGewichtsentwicklung der männlichen Enten verbunden. Bei den übrigen Gruppen ergaben sich dagegen negative Zusammenhänge. Fürdie halothanbehandelten Enten konnten im Vergleich zu den unbehandelten deutlich positive Korrelationen berechnet werden. Die Enzymaktivität wurde nur in geringem Umfang von den Brutbedingungen beeinflusst. Die Korrelationen zwischen der Enzymaktivitätund der Mastleistung waren überwiegend negativ, und ließen sich bei Optimaltemperatur inkubierten Tieren auch statistisch belegen.Deutlicher hervorheben ließen sich die Zusammenhänge bei halothanhandelten Enten. Die Höhe der Bruttemperatur beeinflusste signifikant die Lebergewichte, keine deutlichen Unterschiede ergaben sich bei den Herzmassenin Abhängigkeit von der Vorbruttemperatur. Bei den männlichen Enten wurden die höchsten Lebergewichte bei 36,5 °C inkubierten Tierenbestimmt. Bei den weiblichen Tieren nahmen die Gewichte mit zunehmenden Bruttemperaturen ab. Die Halothanbehandlung wirkte sichlediglich auf die Leber- und Herzgewichte aus. Behandelte Tiere zeigten geringere Organgewichte als unbehandelte. Die Lebendmasseentwicklung war bei den männlichen Tieren, die bei 37,5 °C inkubiert wurden, positiv mit den absoluten Herzgewichtenverbunden, bei den suboptimal inkubierten Tieren dagegen erst gegen Ende der Mast. Für die weiblichen Enten konnten überwiegend positive Zusammenhänge berechnet werden. Die Lebergewichte korrelierten nahezuausschließlich positiv mit der Gewichtsentwicklung. Hier konnten die bestehenden Zusammenhänge jedoch nicht durch dieHalothaneinwirkung verdeutlicht werden. Die Ausprägung der histometrischen Parameter wurde signifikant von der Bruttemperatur beeinflusst. Optimal inkubierte Tiere zeigtensignifikant größere Faserabmessungen als die Tiere der anderen Gruppen. Die Halothaneinwirkung hatte dagegen nur einen geringenEinfluss. Bruttemperaturunabhängig ergaben sich negative Zusammenhänge zwischen der Lebendmasseentwicklung und dem pH-Wert.Bei den männlichen Tieren bestanden positive Korrelationen zwischen dem Gewichtszuwachs und der Größe der Faserflächen. Bei denweiblichen Enten wurden hingegen positive Korrelationen zwischen der Faseranzahl und der Gewichtsentwicklung und negative zumAusmaß der Faserfläche berechnet. Anhand der embryonalen Atmung ließen sich Aussagen über die Schlupffähigkeit und das Geschlecht treffen. Zusätzlich ergaben sichpositive Korrelationen zur Gewichtsentwicklung der betreffenden Tiere. Die Erfassung von die Stoffwechselaktivität beeinflussenden zellphysiologischen Merkmalen, insbesondere der embryonalen Atmung,könnte demnach zu einer frühzeitigen Selektion eingesetzt werden, um zusätzlich zu den bestehenden züchterischen Methoden denZuchtfortschritt noch stärker voranschreiten zu lassen, und die Aufwendungen für die Zuchtarbeit durch eine effizientere Nutzung vonKapazitäten senken zu können.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Erstpublikation in

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform