Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, die Anwendbarkeit der Salzburger Zugschraube bei einer vorliegenden einfachen Unterkieferfraktur darzustellen, sowie Vor- und Nachteile, Kontraindikationen, Komplikationen und die hieraus resultierenden Konsequenzen aufzuzeigen. Trümmer- und Defektfrakturen wurden dabei nicht berücksichtigt.
Das Prinzip der Zugschraube beruht auf axialer Kompression. Diese wird dadurch erreicht, dass die Schraube durch das schraubenkopfnahe Fragment gleitet (Gleitloch) und nur das schraubenkopfferne Fragment erfasst (Gewindeloch). Die dabei zusätzlich verwendete bikonkave Unterlegscheibe verhindert Knochenabsprengungen durch den konischen Schraubenkopf und nutzt die splittenden Kräfte zur zusätzlichen Kompression. Das Patientengut dieser retrospektiven Erhebung bestand aus 107 Patienten mit 125 Frakturen, die ausschließlich mit Zugschrauben und bikonkaven Unterlegscheiben versorgt worden waren.
Die Behandlung einer Unterkieferfraktur mit Zugschrauben unterliegt vielen Faktoren, welche die Heilung beeinflussen können. Als entscheidende Faktoren sind zum einen der Allgemeinzustand des Patienten und seine intraorale Situation zu nennen, zum anderen das Können und die Erfahrung des Operateurs und die richtige Indikationsstellung. Als besonders günstig stellten sich Schrägfrakturen sowie Kieferwinkel- und Symphysen- bzw. paramediane Frakturen heraus. Vorteile bietet das Zugschrauben - System vor allem durch die minimalinvasive Technik, die geringe Deperiostierung sowie die kurze OP-Dauer, die sofortige Mobilisierbarkeit des Unterkiefers ohne intermaxilläre Fixation und die Möglichkeit der primären Knochenheilung.
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