Bei radiologischen Untersuchungen im Kindesalter gilt auf Grund der höheren Strahlensensibilitätein besonderes Augenmerk auf die applizierte Strahlendosis bei jeder Untersuchung.Nach Einführung eines Nadelstruktur-Speicherfoliensystems der Firma Agfa (Mortsel, Belgien)in einer kinderradiologischen Abteilung erfolgte eine kontrollierte Dosisoptimierung imRahmen einer prospektiven Studie an insgesamt 152 Patienten im Alter von 0 bis 15 Jahrendurch Verwendung eines dickeren Kupferfilters bei medizinisch indizierten Thoraxaufnahmenim Routinebetrieb. Ziel der Studie war eine Dosissenkung bei möglichst gleich bleibenderBildqualität. Ein Kollektiv von 70 Patienten wurde mit dem dickeren Röhrenfilter von 1 mmAluminium und 0,2 mm Kupfer untersucht, im Vergleich zur Kontrollgruppe von 82 Patienten,bei deren Untersuchungen der herkömmliche pädiatrische Röhrenfilter von 1mm Aluminiumund 0,1 mm Kupfer verwendet wurde. Bei einem sagittalen Thoraxdurchmesser kleinerals 15 cm wurden die Aufnahmen dabei in Weichstrahltechnik angefertigt, bei größerem Thoraxdurchmessererfolgten die Untersuchungen in Hartstrahltechnik unter Verwendung einesStreustrahlenrasters. Als Dosiseinheit wählte man die Oberflächendosis, die mit einem Halbleiterdosimeterim Nutzstrahlenfeld und im Bereich der Gl. thyreoidea erfasst wurde. Die resultierendeBildqualtität wurde anhand eines etablierten Scores von 3 Fachärzten für Radiologieund 2 Medizinstudenten Scores im Hinblick auf Belichtung, Zentrierung und Einblendungbeurteilt. Den subjektiven Beurteilungen stellte man jeweils einen objektivierbaren Parametergegenüber. Durch den Einsatz des dickeren Kupferfilters ergab sich bei den Aufnahmen ohneStreustrahlenraster eine mediane Dosisreduktion im Nutzstrahlenfeld um 39% ohne Verschlechterungdes subjektiven Bildeindrucks. Bei den Aufnahmen mit Streustrahlenrasterzeigte sich für beide Filter kein signifikanter Dosisunterschied, allerdings auch kein Unterschiedder resultierenden Bildqualität. Angesichts der gleich bleibenden Bildqualität bei niedrigererOberflächendosis besteht weiterhin ein Potenzial für weitere Dosisoptimierungen, diesowohl durch Veränderungen der Expositionsparameter als auch durch den Einsatz dickererRöhrenfilter realisiert können. Neben der Dosissenkung durch Modifikation der Strahlenqualitätbieten sich ferner noch die Möglichkeiten einer Verbesserung der Einstelltechnik mitengerer Einblendung. Angesichts des hohen Dosisbedarfs bei Verwendung eines Streustrahlenrastersbei Thoraxaufnahmen im Kindesalter ist die Notwendigkeit eines Rasters auch beieinem Objektdurchmesser von mehr als 15 cm genau zu prüfen. Diese Optimierungsmöglichkeitensollten Gegenstand nachfolgender Studien sein.
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