Die koronare Atherosklerose ist eine der bedeutendsten Erkrankungen in den Industrienationen. Neben einer Reihe von Risikofaktoren spielt die Hyperlipidämie, und in diesem Zusammenhang das oxidativ veränderte LDL-Cholesterin, eine ent-scheidende Rolle in der Pathogenese der Atherosklerose ein. Eine Reihe von experimentellen, demographischen und klinischen Studien zeigen, dass Eisen und Kupfer die Bildung von oxidativen Plasmalipiden begünstigen. Die vorliegende Studie versucht Zusammenhänge zwischen dem Eisen- bzw. Kupferhaushalt und den oxidativen Produkten der Plasmalipide, den Lipidperoxiden (LPO), aufzu-zeigen. In einer Fall-Kontroll-Studie männlicher Personen, die sich entweder einer koronaren Bypassoperation (71 Patienten) oder einer arbeitsmedizinischen Gesundheitsprüfung (71 altersgleiche Kontrollpersonen) unterzogen, wurde nach Aufnahme der Anamnese unter standardisierten Bedingungen Blut abgenommen. Neben der Bestimmung des Eisen- und Kupferstatus und des Lipidperoxid-Spiegels erfolgte ebenfalls die Analyse der endogenen Antioxidantien Albumin, und Harnsäure. In der vorliegenden Studie wird zur Bestimmung der Plasmalipid-peroxide erstmals die Methylenblau-Methode nach Ohishi, die verifiziert zur Bestimmung von Lipidperoxiden geeignet ist. Es zeigte sich, dass die Bypass-patienten im Mittel erhöhte Kupfer- und Lipidperoxid-Werte aufwiesen, ihr Eisenhaushalt im Durchschnitt sich aber nicht von dem der Kontrollgruppe unterschied. Albumin und Harnsäure unterschieden sich signifikant zwischen Patienten und Kontrollgruppe und waren bei den Patienten niedriger. In der Patientengruppe fand sich keine signifikante Korrelation zwischen dem Gesamtkupferspiegel und den Lipidperoxiden, auch unter allen Eisenparametern korrelierte keiner mit den Lipidperoxiden. In der Kontrollgruppe hingegen konnte eine hochsignifikante Korrelation zwischen dem Gesamtkupferspiegel und dem Lipidperoxidspiegel festgestellt werden. In Patienten mit fortgeschrittener Koronaratherosklerose ist eine erhöhte Lipidperoxid- und Kupferkonzentration im Serum festzustellen, eine Korrelation dieser Parameter aber nicht nachzuweisen. Die positive Korrelation zwischen Gesamtkupferspiegel und Lipidperoxid-Spiegel der Kontrollpersonen deutet darauf hin, dass in physiologischen Situationen, Kupfer bei der Bildung von Serum- Lipidperoxiden beteiligt zu sein scheint. Die Datenlage dieser Studie lässt keinen Rückschluss auf die Beteiligung von Eisenionen bei der Bildung von Lipidperoxiden zu.
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