Ökonomik teilflächenorientierter Unkrautbekämpfung

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In dieser Arbeit erfolgt die ökonomische Bewertung des precision farming Ansatzes der teilflächenorientierten Unkrautbekämpfung. Der theoretische Hintergrund von Teilflächenunkrautbekämpfung ist der, dass Unkräuter auf Ackerflächen ungleichmäßig verteilt sind, und somit eine flächeneinheitliche Unkrautbekämpfung, wie sie im konventionellen Ackerbau üblich ist, zu Über- und Unterdosierung führt. Das Ziel des precision farming Ansatzes ist es, mit Hilfe variabler Ratentechnik den Einsatz von Herbiziden an die tatsächliche räumliche Verteilung von Unkräutern anzupassen, um Kosten und potenzielle negative Umwelteffekte zu reduzieren. Die Entscheidungsgrundlage für die kleinräumige Variation sind Schadschwellen. In bisherigen pflanzenbaulichen Arbeiten konnte das ökonomische Potenzial von Teilflächenunkrautbekämpfung nicht geklärt werden, da die Versuchsdauer in der Regel zu kurz war und die Präzision bei der Erfassung der Unkrautdichten häufig nicht ausreichend genau war. Darüber hinaus beschreiben empirische Versuche nur ex post die unter den spezifischen Witterungs- und Standortbedingungen realisierten Ergebnisse. Eine Übertragung der Ergebnisse in die Zukunft beziehungsweise die Ableitung einer Entscheidungsunterstützung direkt aus diesen Ergebnissen ist deshalb nur schwierig möglich. In der vorliegenden Arbeit wurde das Computersimulationsmodell 'Weed Control' entwickelt, mit dessen Hilfe das ökonomische Potenzial von Teilflächenunkrautbekämpfung in Getreide ermittelt wurde. Das Modell berücksichtigt das derzeit vorhandene pflanzenbauliche Wissen zum Konkurrenz- und Populationsgeschehen von Unkräutern. Da viele Modellparameter nach derzeitigem Wissensstand nicht eindeutig zu bestimmen sind, können interessierte Leser das Modell beziehen, um eigene Simulationsexperimente durchzuführen. Alle wesentlichen Modellparameter können vom Endanwender angepasst werden. Das Computerprogramm bietet die Möglichkeit zunächst in einer rein zeitlichen Modellumgebung Schadschwellen zu kalkulieren. Anschließend können in einer räumlich-zeitlichen Modellumgebung, einem zellulären Automaten, Unkrautverteilungen mit unterschiedlichen Unkrautnestergrößen und Häufigkeitsverteilungen erzeugt werden. Aufbauend auf diesen Unkrautverteilungen werden unterschiedlich präzise precision farming-Anwendungen für unterschiedlich lange Zeiträume simuliert. Die monetär bewerteten Konkurrenzeffekte und die Herbizidaufwendungen werden für jedes Experiment bzw. für jede Stichprobe im Modell ausgewiesen. Sämtliche Modellkalkulationen können sowohl für den deterministischen als auch stochastischen Fall durchgeführt werden. Umfangreiche Simulationsexperimente wurden mit dem Programm 'Weed Control' durchgeführt und in der Arbeit beschrieben. In Abhängigkeit von der gewählten ganzflächigen Referenz und der Präzision der Teilflächenunkrautbekämpfung können Kosten in Höhe von - 25 bis + 40 /ha eingespart werden. Da bei Anwendung des Schadschwellenkonzeptes bereits zum Behandlungstermin die Konkurrenzeffekte und die Populationsdynamik für die Zeit bis zur Ernte prognostiziert werden müssen und diese Prognose mit Unsicherheiten behaftet ist, zeigen die stochastischen Modellexperimente, dass die Varianz der Ergebnisse und damit das Risiko bei Teilflächenunkrautbekämpfung höher ist als bei prophylaktischen Ganzflächenstrategien. Die zusätzlichen Kosten für die precision farming Technologie wurden unter optimistischen Annahmen mit 10 - 20 /ha kalkuliert, so dass unter den derzeitigen Bedingungen und nach derzeitigem Wissensstand das ökonomische Potenzial von Teilflächenunkrautbekämpfung als gering einzustufen ist. Weiter wurden in der vorliegenden Arbeit pflanzenbauliche Versuche zur Teilflächenunkrautbekämpfung der BBA auf einem Praxisbetrieb ausgewertet. Die Praxisversuche stützen die Ergebnisse aus den Modellstudien.

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