Ernährungs- und Gesundheitsverhalten von Nürnberger Grundschulkindern vor dem Hintergrund ihrer sozioökonomischen Situation

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Hintergrund und ZieleIn Deutschland wächst etwa jedes sechste Kind in Armut auf. Ziele der Studie sind aufzuzeigen, inwieweit sich der Ernährungs- und Gesundheitsstatus sowie das das Ernährungs- und Gesundheitsverhalten von Nürnberger Viertklässlern aus Familien mit unterschiedlichem sozioökonomischem Status (SES) unterscheidet. Ein weiteres Ziel ist es, das Ernährungs- und Gesundheitsverhalten der Viertklässler sowohl aus eigener Perspektive als auch aus Perspektive ihrer Eltern zu erfassen. Insbesondere soll das Maß der Übereinstimmung zwischen den Angaben der Eltern und Kindern bestimmt werden. Auf Basis der Ergebnisse werden zielgruppenspezifische Handlungs-empfehlungen zur Optimierung des Ernährungs- und Gesundheitsverhaltens formuliert.MethodenIn dieser quantitativen Querschnittsstudie füllten die Kinder Fragebögen zum Ernährungs- und Gesundheitsverhalten aus (Lebensmittelverzehr, Alkohol- und Tabakkonsum, körperliche Aktivität) (n=170). Ihr Ernährungsstatus wurde anhand von antropometrischen Messungen (Körpergröße und -gewicht) und die Analyse zahlreicher Blutparameter ermittelt (n=141). Die Eltern machten in einer telefonischen Befragung Angaben zum Ernährungs- und Gesundheitsverhalten ihrer Kinder sowie zur sozioökonomischen Situation der Familie.Ergebnisse Der Anteil übergewichtiger und adipöser Kinder ist in Familien mit niedrigem SES höher als in Familien mit mittlerem und hohem SES. Kinder aus Familien mit niedrigem SES weisen ein ungünstigeres Ernährungsmuster auf und sind zu einem geringeren Anteil Mitglied in einem Sportverein als Kindern aus, mittlerem und hohem SES. Unabhängig vom SES der Familie bevorzugen Kinder die Lebensmittel, die sie zu Hause regelmäßig angeboten bekommen. Nach eigenen Angaben haben 62 % der befragten Viertklässler schon einmal Alkohol probiert und 9 % bereits einmal geraucht. Unterschiede zwischen den SES-Gruppen bestehen dabei nicht. Kinder aller SES-Gruppen weisen ein ungünstiges Fettsäureprofil auf. Unterschiede zwischen den SES-Gruppen werden deutlich im Serumgehalt von Triglyceriden (höher bei Kindern aus Familien mit niedrigem SES) und HDL-Cholesterin (niedriger bei Kindern aus Familien mit niedrigem SES), was sowohl auf ein ungünstiges Ernährungsmuster als auch auf geringe körperliche Aktivität bei Kindern aus Familien mit niedrigem SES hinweist. Kinder aus Familien mit niedrigem SES verbringen mehr Zeit vor dem Fernseher und/oder dem Computer verglichen mit Kindern aus Familien mit höherem SES. Dabei stimmen die Angaben der Kinder zur Bildschirmzeit (TV und PC) besser mit den Angaben ihrer Eltern überein als die Angaben zur ihrer sportlichen Aktivität.SchlussfolgerungEin Bündel an zielgruppenspezifischen verhältnis- und verhaltenspräventiven Maßnahmen ist notwendig, um den Ernährungs- und Gesundheitsstatus sowie das verhalten vor allem von Kindern aus Familien mit niedrigem SES positiv zu beeinflussen. Die Maßnahmen müssen individuell auf die jeweiligen Lebensumstände von Kindern und ihren Eltern sowie auf deren soziales Umfeld ausgerichtet sein, um nachhaltig gesundheitsfördernde Lebensbedingungen zu schaffen. Zur Etablierung von Präventionsmaßnahmen ist die Vernetzung aller Akteure insbesondere aus den Feldern Politik, Schule, Medizin, Sportverein, Sozialarbeit notwendig. Daneben müssen neue Zugangswege zu Familien mit niedrigem SES gefunden werden.

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