Veränderungen der trabekulären und kortikalen Knochenarchitektur sind ein wesentliches Merkmal in der Pathogenese der Osteoporose. Aufgrund der hohen räumlichen Auflösung hat sich die mikro-Computertomographie in der quantitativen Analytik von Knochenstrukturparametern etabliert. Sie ermöglicht eine schnelle, nicht-destruktive Bildgebung und eine Quantifizierung der trabekulären und kortikalen Mikroarchitektur des osteoporotischen Knochens. In der vorliegenden Arbeit wurden über einen Zeitraum von 14 Monaten Spongiosaproben aus dem Wirbelkörper TH 10 und der proximalen Tibia von ovariektormierten Ratten unter zusätzlicher Diät (OVX + Diät) mit Kontrolltieren (Sham) verglichen. Dabei wurden klassische Parameter (BV/TV, Tb.N. Tb.Th, Tb.Sp. SMI, Tb.PF und i.S.) der trabekulären Mikroarchitektur durch die mikro-Computertomographie ermittelt. Des Weiteren wurden die Ausdehnung der Spongiosa in der Längsachse quantifiziert und die Dicke sowie die Porosität der Kortikalis standardisiert quantifiziert. Im Verlauf von 0-14 Monaten zeigt sich eine Reduktion des relativen Knochenvolumens, der Trabekelanzahl und der trabekuklären Schnittfläche sowohl in den Brustwirbelkörpern (Th10) als auch in der Tibia der OVX+Diät-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe. Diese Veränderungen gehen mit einer Reduktion der trabekulären Längsausdehnung in der Tibia einher. Auffallende Veränderungen finden sich ebenfalls in der zunehmenden Porosität der Kortikalis bei Tieren in der 12 und 14 Monatsgruppe nach Ovariektomie und Diät. Die Induktion eines osteoporotischen Knochens ist in der Kombination von Ovariektomie und entsprechender Diät reproduzierbar. Die erfassten Knochenareale Th 10 und proximale Tibia weisen im zeitlichen Verlauf die klassischen Merkmale der Knochenstrukturveränderungen in der Pathophysiologie der Osteoporose auf. In der vorliegenden Arbeit können diese Veränderungen der Knochenmikrostruktur mittels Mikro-CT sicher quantifiziert werden.
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