Zielsetzung: Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den Effekt einer intravenösen Injektion von jodhaltigem Röntgen-Kontrastmittel auf den humanen renalen Blutfluss mit der Methode der MR-Phasenkontrastangiographie zu untersuchen.
Material und Methoden: Untersucht wurden 12 gesunde Probanden. Der Blutfluss in einer Nierenarterie wurde mittels Phasenkontrastangiographie an einem 1.5 Tesla MRT-System untersucht. Jedem der Probanden wurden am ersten Studientag 120 ml isotone Kochsalzlösung und am zweiten Studientag 120 ml jodhaltiges Kontrastmittel (Iomeprol, 400 mg Jod/ml) verabreicht. Wiederholte Messungen wurden vor (bis zu 5 Messungen in 5 Minuten) und nach (bis zu 13 Messungen in 30 Minuten) Injektionsbeginn durchgeführt.
Ergebnisse: Der mittlere basale renale Blutfluss in einer Nierenarterie betrug 664 ml/min. Nach Injektion fanden wir eine signifikant größere Reduktion des renalen Blutflusses nach Injektion von Kontrastmittel im Vergleich zu Kochsalzlösung (31,9 ml/min gegenüber 18,3 ml/ min; p = 0,0481). Darüber hinaus konnte, bei der Analyse der fünf frühen Messungen nach Injektion, eine signifikante Reduktion (11,4 % ± 4,7 % [SD]; Bonferroni-korrigiert, p < 0,05) des renalen Blutflusses 2 Minuten nach Injektionsbeginn mit Kontrastmittel nachgewiesen werden, während Kochsalzlösung zu keinem Zeitpunkt eine signifikante Reduktion zur Folge hatte.
Schlussfolgerung: Die MR-Phasenkontrastangiographie ist in der Lage, eine Reduktion des humanen renalen Blutflusses nach Injektion von jodhaltigem Röntgen-Kontrastmittel zu erfassen. Die MR-Phasenkontrastangiographie kann daher als hilfreiche und nicht invasive Methode dienen um weitere Studien zur Untersuchung kontrastmittel-induzierter Veränderungen des renalen Blutflusses, und deren mögliche Bedeutung in der Pathogenese der Kontrastmittel-Induzierten Nephropathie, durchführen zu können.
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