Human-experimentelle Untersuchungen zur Toxikokinetik von 1,2-Dichlorbenzol nach standardisierten Expositionen

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Aufgrund seiner der chemisch-irritativen Eigenschaften von 1,2-Dichlorbenzol (1,2-DCB) wurde 2001 im Rahmen der Primärprävention der frühere MAK-Wert für 1,2-DCB von 50 auf 10 ppm abgesenkt. Dies machte es erforderlich, die Evaluierung eines BAT-Wertes nach ausschließlich inhalativer 1,2-DCB-Einwirkung vorzunehmen. Da sich die dafür notwendige Datenlage als defizitär erwies, wurden standardisierte Expositionsversuche mit 18 Probanden praxis-orientiert unter ergometrischer Belastung von 75 Watt jeweils über 10 Minuten pro Stunde in Höhe bis zum MAK-Wert in einer Versuchskammer vorgenommen. Die aus diesem äußeren Belastungsparameter resultierenden inneren Belastungen wie der Konzentration von 1,2-DCB im Blut und seinen Metaboliten 2,3- und 3,4-Dichorphenolen (2,3-DCP und 3,4-DCP) bzw. 3,4- und 4,5-Dichlorkatecholen (3,4-DCK und 4,5-DCK) wurden mittels einer eigens erarbeiteten Analysenmethode gaschromatographisch-massenspektrometrisch selektiv und sensitiv erfasst. Die Untersuchungsergebnisse lassen sich folgendermaßen interpretieren:Nach Expositionsende fanden sich für die höchstexponierten Probanden durchschnittlich 110 µg 1,2-DCB/L Blut mit einem 95. Perzentil von 168 µg/L. In den Erythrozytern wurden jeweils etwa 10% der Blutwerte nachgewiesen. Nach bereits 4-stündiger Exposition stellt sich ein Fließgleichgewicht ein. Etwa 2 h nach Expositionsbeginn konnten die Metaboliten im Urin nachgewiesen werden. Gegenüber den DCP wiesen dabei die DCK die höchsten Ausscheidungen in allen Expositionsbereichen auf. Kreatinin-korrigiert betrug das 95. Perzentil der aufsummierten beiden DCK nach äußerer Belastung in Höhe von 61 bis 100% der MAK am Expositionsende 156 ± 36 und etwa 16 h später 21 ± 7 mg/g Kreatinin. Die renalen Ausscheidungen der DCP sind in den Konzentrationen etwa um den Faktor 3 tiefer angesiedelt. Die biologischen Halbwertszeiten rangierten im Falle aller vier Metabolite in vergleichbaren Größenordnungen von 6 bis 8 h. In die Zielsetzung der Arbeit einbezogen wurde die Frage einer möglichen konkurrierenden Einwirkung auf die Toxikokinetik von 1,2-DCB bei gleichzeitigem Alkoholgenuss. Die resultierenden Ergebnisse zeigen, dass im Falle der Bestimmung von 1,2-DCB im Blut mit falsch positiven und im Falle der Bestimmung der Metrabolite im Urin mit falsch negativen Werten gerechnet werden muss. Aus den in dieser Arbeit gewonnenen toxikokinetischen Daten lassen sich für den beruflichen 1,2-DCB-Umgang am Arbeitsende folgende BAT-Werte evaluieren: Im Nach-Schicht-Urin sollte die Konzentration der als Summe erfassten Dichlorkatechole 155 mg pro g Kreatinin nicht überschreiten. Als Grenzwert im Blut ist 170 µg 1,2-DCB pro L noch tolerabel.

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