Untersuchungen zur in vitro Empfindlichkeit gegen Antibiotika und zur molekularen Charakteristik von Borrelia spielmanii im Vergleich zu anderen humanpathogenen Vertretern des Borrelia burgdorferi-Komplexes

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Die durch Spirochäten der Gattung Borrelia verursachte Lyme Borreliose ist die häufigste und wichtigste von Vektoren übertragene Krankheit der nördlichen Hemisphäre. Neben den Genospezies B. burgdorferi s.s., B. afzelii und B. garinii besitzt dabei auch die neu beschriebene Genospezies B. spielmanii humanpathogenes Potential. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, das antibiotische Empfindlichkeitsspektrum von B. spielmanii näher zu charakterisieren, da bisher keine Daten zur Empfänglichkeit dieser Genospezies gegen Antibiotika und Chemotherapeutika vorlagen. Der Empfindlichkeitstestung vorausgehend wurden alle Isolate molekulargenetisch analysiert. Hierzu wurden eine Plasmidprofilanalyse mittels PFGE, eine RFLP-Analyse der 5S-23S Intergenic Spacer DNA sowie eine Sequenzanalyse dieses Genabschnittes durchgeführt. Auf Basis der Sequenzanalyse wurde anschließend ein phylogenetischer Stammbaum der getesteten Isolate erstellt. Wenngleich die zur Differenzierung humanpathogener Genospezies häufig verwendete RFLP-Analyse des 5S-23S Intergenic Spacers keine eindeutige Unterscheidung von B. afzelii und B. spielmanii zuließ, konnten durch eine Kombination der oben genannten Verfahren alle Isolate molekulargenetisch eindeutig charakterisiert und zuverlässig subtypisiert werden. Zur Testung der antibiotischen Empfindlichkeit von B. spielmanii kam eine standardisierte kolorimetrische Mikrodilutionsmethode zur MHK-Bestimmung mit anschließender konventioneller Subkultivierung zur MBK-Bestimmung zum Einsatz. Getestet wurden therapierelevante Antibiotika aus den Klassen der Tetracycline, der beta-Lactame und der Makrolide sowie zwei Substanzen aus der Klasse der Fluorchinolone mit bekanntermaßen schlechter Wirksamkeit gegen Borrelien. Vorausgehende Qualitätskontrollexperimente mit S. aureus dienten der Untersuchung signifikanter Medium-Antibiotika-Interaktionen. Die hier festgestellte Aktivitäts-steigerung der Makrolide sowie der Aktivitätsverlust einiger beta-Lactame in BSK-Medium wurden bei der Interpretation der Resultate berücksichtigt. Es zeigte sich in den Untersuchungen, dass die Wirksamkeit therapierelevanter Antibiotika gegen die getesteten B. spielmanii-Isolate im Wesentlichen der Wirksamkeit dieser Substanzen gegen die übrigen humanpathogenen Borrelien entsprach. Zwar waren die verwendeten B. spielmanii-Isolate statistisch signifikant empfindlicher gegen Erythromycin, Clarithromycin und Doxycyclin und zeigten eine signifikant höhere MBK für Amoxicillin, diese Unterschiede sind jedoch insgesamt als zu gering anzusehen, um für die medizinische Praxis als therapeutisch relevant eingestuft zu werden. Eine generell erniedrigte antibiotische Empfindlichkeit von B. spielmanii ist damit als möglicher Grund für ein Therapieversagen oder die Entstehung persistenter Borrelien-Infektionen weitgehend ausgeschlossen. Die getesteten therapierelevanten Antibiotika zeigten eine gute und zuverlässige bakteriostatische bzw. bakterizide Wirkung gegen alle humanpathogenen Genospezies. Die Heterogenität der Erreger bezogen auf ihre Empfindlichkeit gegen gängige antibiotisch wirksame Substanzen ist folglich auch unter Einbeziehung von B. spielmanii keine Erklärung für die gelegentlich beobachtete Erregerpersistenz oder das Fortbestehen klinischer Symptome der Lyme Borreliose nach adäquater antibiotischer Therapie.

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Giessen : VVB Laufersweiler 2008

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