Untersuchung zu Vorkommen und Bedeutung von Koagulase-negativen Staphylokokken in Viertelgemelksproben
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Zusammenfassung
In der vorliegenden Arbeit wurde die Vorkommenshäufigkeit einzelner Spezies koagulase-negativer Staphylokokken (KNS), ihr möglicher Einfluss auf die somatische Zellzahl als Parameter für die Eutergesundheit und ihre Resistenz gegenüber in Trockenstellerpräparaten enthaltenen Antibiotika untersucht. Es wurden jeweils 30 Milchkühe aus 16 mittelhessischen Landwirtschaftsbetrieben einmalig auf Viertelgemelksebene beprobt. Von den Probebetrieben hielten 13 Betriebe ihre Kühe in Laufstallhaltungen, in drei Betrieben standen die Kühe in Anbindehaltung. Die Probenentnahme erstreckte sich auf die Zeiträume Juni bis Oktober 2005 und März bis Juli 2006. In den Probemonaten lagen sechs der Betriebe im mittleren Zellzahlwert der Anlieferungsmilch < 200.000 Z/ml Milch (Gruppe I), zehn Betriebe lagen & #8805; 200.000 Z/ml (Gruppe II). Von den genommenen Viertelgemelksproben gingen 1.720 in die Auswertung ein.Die Ermittlung der somatischen Zellzahlen zeigte, dass 57,4 % aller Viertel einen Wert unter 50.000 Z/ml aufwiesen, 70,9 % aller Viertel lagen unter 100.000 Z/ml. In der Kategorie zwischen 100.000 und < 200.000 Z/ml lagen 11,1 %, weitere 7,9 % aller Viertelgemelksproben wiesen einen Wert zwischen 200.000 und < 400.000 Z/ml auf. Bei 10,1 % aller Proben wurde ein Wert von & #8805; 400.000 Z/ml gemessen.Die am häufigsten nachweisbaren Mikroorganismen waren KNS, die aus 45,9 % aller Viertelgemelksproben isoliert werden konnten. Dabei wurde ein KNS-Befund & #8805; 50 KbE/ml als positiv gewertet. Äskulin-positive Streptokokken wurden in 17,7 % aller Proben nachgewiesen, Spezies der Gattung Coryneforme in 13,9 %, Spezies der Gattungen Micrococcus und Kocuria in 7,4 %, und Hefen wurden aus 6,3 % der Proben isoliert. Staphylococcus aureus, äskulin-negative Streptokokken, E. coli, Klebsiella spp. und Proteus spp. traten nur in vereinzelten Proben auf.Die Differenzierung der einzelnen KNS-Spezies erfolgte in Anlehnung an das Differenzierungsschema nach DEVRIESE et al. (1994). Zusätzlich wurden stichprobenartige Zweitdifferenzierungen mit dem api®Staph-System durchgeführt. Die Übereinstimmung der Differenzierungsergebnisse lag bei den novobiocin-resistenten KNS-Spezies bei 80,6 % und bei den novobiocin-sensiblen KNS-Spezies bei 66,6 %. Dabei lagen die Isolate, die im vereinfachten Differenzierungsschema eindeutig identifiziert werden konnten, auch beim api®Staph in hohen Wahrscheinlichkeitsbereichen.Die am häufigsten isolierten KNS-Spezies waren S. xylosus (n = 187), S. chromogenes (n = 160), S. epidermidis (n = 144), S. haemolyticus (n = 106) und S. warneri (n = 98). Weiterhin wurden S. sciuri (n = 62), S. cohnii (n = 44), S. simulans (n = 33), S. saprophyticus (n = 21), S. hyicus (n = 10), S. hominis (n = 5) und S. lentus (n = 4) isoliert. Dabei wurde kein Unterschied zwischen den auftretenden Spezies bei Betriebsgruppe I oder II festgestellt. Auffallend war das deutlich höhere Vorkommen von S. epidermidis mit 30,9 % positiver Viertel in den Anbindehaltungen gegenüber 2,9 % in den Laufstallhaltungen und das geringere Vorkommen von S. chromogenes mit 2,4 % in den Anbindehaltungen und 11 % in den Laufstallhaltungen. Weiterhin fiel auf, dass Erstkalbinnen im Vergleich mit Milchkühen ab der zweiten Laktation häufiger mit KNS infiziert waren und im Vergleich auch mehr Viertel eines Tieres betroffen waren.Der Einfluss der KNS auf die somatische Zellzahl war bei summarischer Betrachtung nur mäßig. Die Zellzahlen der mit KNS infizierten Viertel lagen jedoch deutlich höher, zumeist doppelt so hoch wie die Zellzahlwerte nicht infizierter Viertel. Der deutlichste Einfluss auf die somatische Zellzahl wurde für S. chromogenes festgestellt. Von den Viertelgemelksproben, aus denen S. chromogenes als einziger Befund isoliert wurde, lagen 62,2 % bei einem Zellzahlwert & #8805; 100.000 Z/ml, immerhin 33,1 % der Viertel lagen & #8805; 200.000 Z/ml. Auch S. hyicus zeigte einen deutlichen Einfluss auf die somatische Zellzahl, trat im Vergleich zu S. chromogenes aber sehr viel seltener auf. Der Einfluss der KNS auf die somatische Zellzahl nahm mit ansteigender Vorkommensintensität (50 KbE/ml bis über 200 KbE/ml) bei den meisten Spezies zu, hier wiederum besonders bei S. chromogenes.Die Ergebnisse des mit ausgewählten Isolaten durchgeführten Resistenztests zeigten, dass alle auf dem deutschen Markt erhältlichen Trockenstellerpräparate gegen KNS wirksam sein sollten. Von den Isolaten wiesen insgesamt 24,4 % eine Resistenz gegen Penicillin G auf, 7,4 % verhielten sich resistent gegen Streptomycin. Die Isolate von S. haemolyticus und S. warneri zeigten mit 47,2 % bzw. 47,1 % die höchsten speziesspezifischen Resistenzraten gegenüber Penicillin G.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2009
