Populationsgenetische Analysen zur Hüftgelenksdysplasie beim Rottweiler
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Zusammenfassung
In dieser Arbeit wird modellhaft am Beispiel der Rottweilerpopulation des ADRK eine Zuchtstrategie zur Bekämpfung der HD erarbeitet und ihr Erfolg kontrolliert. Dazu wird die HD-Ist-Situation anhand der Daten von 1985 bis 1995 beschrieben. Im Mittel werden 33,78 % der Rottweiler HD-geröntgt. Davon sind 95,4 % bis 88,1 % je nach Jahrgang HD-frei, haben HD-Übergang oder eine leichte HD. Es scheiden aufgrund des HD-Befundes nur zwischen 4,6 % und 11,9 % der Tiere aus dem Zuchtgeschehen aus. Bei dieser niedrigen Selektionsintensität war in den letzten 10 Jahren kein deutlicher Zuchtfortschritt zu erkennen. Beim Vergleich der BLUP-Zuchtwerte für HD mit dem HD-Befund wird deutlich, dass die Auswahl der Zuchttiere nach dem Phänotyp eine ungeeignete Maßnahme für einen raschen Zuchtfortschritt ist.Beim Vergleich verschiedener Selektionsalternativen stellt sich das Konzept der 'Strategischen Paarung' als überlegen heraus. Dabei sind nur Paarungen zugelassen, bei denen die Nachzucht einen unterdurchschnittlichen Relativzuchtwert für HD hat, unabhängig vom Phänotyp der Elterntiere. Damit wäre die Rottweilerpopulation in acht Generationen fast HD-frei. Bei der Zucht nur mit HD-freien und HD-Übergang Hunden sind es 50 Generationen. Die mit der partiellen Eltern-Nachkommenregression geschätzte Heritabilität für HD liegt bei 0,224. Bei der Schätzung der Umwelteffekte erweist sich der Geschlechtseffekt, Inzucht, Gewicht, Brusttiefe, Brustumfang als nicht signifikant. Hoch signifikant sind hingegen Auswerter (von Auswerter 1 beurteilte Tiere haben weniger HD als von Auswerter 2 und besonders Auswerter 3 beurteilte Tiere) und Geburtsjahr (je später die Tiere geboren sind, desto besser ist ihr HD-Ergebnis). Signifikant sind das Röntgenalter (Tiere, die im Alter von 12 bis 18 Monaten geröntgt wurden hatten eine um bis zu 0,25 HD-Grade niedrigere HD-Belastung, später geröntgte Hunde haben bis zum Alter von 33 Monaten schlechtere Hüften, bei noch später geröntgten Tieren ist der Einfluss des Röntgenalters nicht mehr so eindeutig), der Geburtsmonat (von Januar bis April geborene Tiere haben stärkere HD als von Mai bis Dezember geborene) und die Widerristhöhe (Absinken der HD um 0,01 Grade bei einem Größenzuwachs von 1 cm). Aufgrund der Ergebnisse dieser Arbeit wird ein Zuchtplan entwickelt, der auf der 'Strategischen Paarung' und BLUP-Zuchtwerten basiert. Die Umsetzung dieses Zuchtplans durch den ADRK wird anhand der Daten der Jahrgänge 1996 bis 2001 kontrolliert. Der Zuchtplan wird von den Züchtern sehr gut angenommen, der durchschnittliche Relativzuchtwert der Paarungen des Welpenjahrgangs 2000 beträgt 95,74, obwohl Anpaarungen bis zum Relativzuchtwert von 105 genehmigt werden. Es kommt zu einem kontinuierlichen Absinken des durchschnittlichen HD-Befunds auf 1,33 HD-Grade im Jahr 2000 gegenüber beispielsweise 1,72 HD-Graden im Jahr 1995.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Wettenberg : VVB Laufersweiler 2004
