Die ubiquitäre Verbreitung von Listeria monocytogenes stellt in der Lebensmittelbranche ein ernsthaftes Problem dar. Der Kontakt des Erregers ist vor allem für immunsupprimierte Personen und Neugeborene mit einem hohen letalen Risiko verbunden. Dabei machen es insbesondere die niedrigen Überlebensanforderungen und die hohe Stressresistenz schwer, den Keim wirksam zu bekämpfen. Die Möglichkeit das Bakterium als potentiellen Vektor für zukünftige Behandlungen zu verwenden, macht L. monocytogenes zu einem Organismus mit großem therapeutischen Potential und vielen Forschungsansätzen. Dabei ist besonders die Fähigkeit zur Überwindung von Gewebebarrieren hervorzuheben. Innerhalb des menschlichen Körpers ist L. monocytogenes in der Lage das Darmepithel, die Blut-Hirn- und die Plazentaschranke zu durchdringen. Dies hat zur Folge, dass sich die Listeriose in verschiedenen Formen manifestieren kann.Die Erforschung des Replikationserfolges unter verschiedenen Bedingungen ist ein Teil dieser Arbeit. Dabei wird die Rolle der small non-coding RNA innerhalb der letzten Jahre in steigendem Maße als ein Kernbereich für Kontrolle und Adaptation von Abläufen innerhalb des bakteriellen Lebenszyklus erkannt. Ihre abstimmende und regulierende Wirkung stellt eine optimale, schnell verfügbare und flexible Anpassung an sich verändernde Bedingungen des Umgebungsmilieus dar. Die Untersuchung der Einflüsse von sRNA-Sequenzen unter verschiedenen Bedingungen und die Möglichkeit ihre Auswirkungen auf den Gesamtprozess der Proliferation zu beobachten und zu analysieren, geben Aufschluss über den Stellenwert, den man der sRNA im Hinblick auf die Vernetzung innerhalb des Genoms beimessen muss.Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, in-silico analysierte sRNA des Genoms von Listeria monocytogenes EGD-e durch in-vivo Experimenten zu untersuchen. Die generierten sRNA Kandidaten sind auf ihre Fähigkeiten bezüglich des Wachstums unter extrazellulären Bedingungen, wie dem Einfluss von Ethanol und Wasserstoffperoxid untersucht worden. Dabei zeigt sich verringertes Wachstum unter Normalbedingungen, und eine Umkehr unter dem Einfluss von H2O2. Der Zusatz von Ethanol führt zu einer generellen Verlangsamung des Wachstums.Die intrazelluläre Proliferation nach Infektion in verschiedenen Versuchsmodellen zeigt mit steigender Komplexität des Versuchsorganismus eine signifikante Diskrepanz zwischen dem Wildtyp L. monocytogenes EGD-e und den Deletionsmutanten. Davon ausgenommen bleibt delta lmo0559, welche keine sRNA Mutante sonder die Deletion eines vermuteten Proteins ist. Besonders die sRNA-Kandidaten deltarli31, deltarli33-1 und deltarli50* zeigen die beschriebene Tendenz im Mausmodell. Hier ergeben sich signifikante Unterschiede, bezüglich des Vermögens der intrazellulären Replikation.
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