Widersinn als Widerstand? Zur postironischen Politik deutschsprachiger Literatur

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Die vorliegende Dissertation untersucht, inwieweit die postironische Schreibweise der Texte „So ist das“ von Stephan Groetzner (2013), „Verbannt!“ von Ann Cotten (2016) und „Bot – Gespräch ohne Autor“ von Clemens J. Setz (2018) als Irritationsmoment im Kontext literarischer Debatten über deutschsprachige Popliteratur nach der Jahrtausendwende gelesen werden kann, die den Wunsch nach einem literarischen Paradigmenwechsel hin zur Aufrichtigkeit offenbaren. Die dieser Dissertation zugrunde liegende These lautet, dass die Texte „So ist das“, „Verbannt!“ und „Bot“ durch Nonsens als Verfahren gekennzeichnet sind, das es ermöglicht, Bedeutung zu destabilisieren und damit die in den Debatten zutage tretenden literarischen Konventionen zu untergraben: die zentrale Stellung der Romanform, des Realismus und der Rolle der AutorInnen als SinnstifterInnen. Dennoch spielen die Texte mit der Idee eines Paradigmenwechsels, indem sie die postironische Praxis anwenden, die Hoffnungslosigkeit der Ironie hervorzuheben und Kontingenz mit Offenheit entgegenzutreten. Sie greifen auf die prägenden Gegensätze der Popliteratur zurück – ironisch/aufrichtig und künstlich/authentisch –, stellen die Unterscheidung zwischen diesen Gegensätzen jedoch als überflüssig oder unlösbar dar. Indem sie Bedeutung destabilisieren und die Verantwortung für die Sinnstiftung dem Leser übertragen, thematisieren die Texte nicht nur das spätmoderne Verhältnis zwischen Literatur und Gesellschaft, Wahrheit und Realität und bieten die Möglichkeit, mit neuen Weltanschauungen zu experimentieren; sie werden auch zu humorvollen, kulturellen Narrativen, die an der Wertekonstruktion im Literaturbetrieb teilhaben.

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