Bei der pulmonalen Hypertonie ist die Kompensationsfähigkeit des rechten Ventrikels der lebenslimitierende Faktor. Daher ist dieser und die in ihm ablaufenden Anpassungsvorgänge bei erhöhter Druckbelastung Gegenstand intensiver Forschung. Insbesondere die Wahrnehmung der erhöhten Druckbelastung im rechten Ventrikel und die daraus resultierenden Umbauprozesse sind wichtige Aspekte, um die Pathophysiologie genauer zu verstehen und neue spezifische Therapieansätze zu entwickeln.Das zytoskelettale Signalprotein FHL-1 könnte eine wichtige Rolle in diesem Zusammenhang spielen. Untersuchungen am linken Ventrikel konnten nachweisen, dass FHL-1-Knockout-Mäuse eine abgeschwächte Reaktion auf eine chronische Druckbelastung zeigten und somit gegenüber einer Linksherzhypertrophie geschützt waren.Über die Rolle von FHL-1 im rechten Ventrikel ist bisher nur sehr wenig bekannt. Ziel der vorliegenden Arbeit war es daher zu untersuchen, ob ein FHL-1-Knockout auch im rechten Ventrikel einen protektiven Faktor bei chronischer Druckbelastung darstellt. Dazu wurde mittels pulmonalarteriellem banding (PAB) eine chronische Druckbelastung in den rechten Ventrikeln generiert und zu unterschiedlichen Zeitpunkten echokardiographische und hämodynamische Funktionsparameter sowie histologische und biomolekulare Veränderungen zwischen Wildtyp- und FHL-1-Knockout-Mäusen verglichen. In den Ergebnissen zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den FHL-1-Knockout- und den Wildtyp-Mäusen. Das PAB führte zu einem erhöhten rechtsventrikulären Druck, einer vergrößerten rechtsventrikulären Wandstärke und einer Kammerdilatation sowie zu einer verschlechterten rechtsventrikulären Funktion. Auch in den histologischen Untersuchungen zeigte sich eine Rechtsherzhypertrophie infolge des PAB in Form von vergrößerten Kardiomyozyten. Des Weiteren fielen eine verstärkte Fibrosierung und eine erhöhte Kapillarenanzahl auf. Auf biomolekularer Ebene kam es zu einem Anstieg in der Expression von Hypertrophie- und Kollagen-Genen. Die Expression von Genen der Kalzium-Homöostase blieb durch das PAB unverändert. Insgesamt zeigte sich in keinem der erfassten Parameter einen Einfluss durch den FHL-1-Knockout. Somit wurde deutlich, dass sich die pathophysiologischen Signalwege im Rahmen einer chronischen Druckbelastung im linken und rechten Ventrikel unterscheiden.
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