Evaluation der Hämatologiesysteme Sysmex pocH-100iV Diff und XT-2000iV für die Tierart Katze
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Zusammenfassung
Ziel der vorliegenden Studie ist die Evaluation des Sysmex XT-2000iV, einemGroßlaborgerät und des Sysmex pocH-100iV Diff, einem Hämatologiesystem für dieAnwendung in der Praxis.Material und MethodenZur Untersuchung werden EDTA-antikoagulierte Blutproben von 208 Katzen, dieinnerhalb von vier bis sechs Stunden verarbeitet werden, herangezogen. AlsVergleichsmethode dienen der ADVIA 2120, der Zentrifugenhämatokrit und einemanuelle Differenzierung von 200 Leukozyten. Ein Blutausstrich zurRetikulozytenzählung (Zählung von insgesamt 1000 Erythrozyten) dient als Vergleichzur gemessenen Retikulozytenzahl. Zusätzlich erfolgen eine Bestimmung derLinearität und Verschleppung, ein Antikoagulanzvergleich sowie einBlutlagerungsversuch über 72 Stunden mit gekühlten und ungekühlten Blutproben.Für alle drei Geräte wird eine Präzisionsmessung innerhalb einer Serie zurBerechnung der Standardabweichung und des Variationskoeffizienten durchgeführt.Die lineare Regression, der Spearman Korrelationskoeffizient rs, die Passing-BablokRegression sowie die Bland-Altman Analyse (errechnet mittels Microsoft Excel Analyse-it (Version 2.04)) dienen zur statistischen Auswertung desMethodenvergleichs.ErgebnisseDie Bestimmung der Präzision ergibt bezüglich des Variationskoeffizienten derBlutzellzählung sehr gute bis gute Werte zwischen 0,31% und 7,62%. Der schlechteVariationskoeffizient (118,62%) der Thrombozytenzählung des pocH-100iV Diff istdaher auffällig, muss jedoch im Zusammenhang mit der bekannten Problematik einerLimitation der Impedanztechnologie zur Bestimmung von Katzenthrombozytengewertet werden. Betrachtet man die Blutzelldifferenzierung, liegen dieVaiationskoeffizienten zwischen 1,18% und 13,05%. Der Linearitätsversuch ergibtzufrieden stellende Ergebnisse.Im Methodenvergleich XT-2000iV mit ADVIA 2120 der Parameter WBC, RBC, HGB,HCT, MCH, MCHC, MCV, PLT werden Spearman-Korrelationskoeffizienten zwischen1 und 0,37 erreicht. Die Mittelwertunterschiede betragen 0,18x 109/l für WBC, 0,46x1012/l für RBC, -1,72 mmol/l für HGB, 0,00 l/l für HCT, -0,26 fmol/l für MCH, -7,25mmol/l für MCHC, 2,58fl für MCV, 3,8x 109/l für PLT. Bezüglich der Thrombozyten isttrotz niedrigem Mittelwertunterschied eine weite Streuung der 95%igenÜbereinstimmungsgrenze auffällig. Betrachtet man die slope Werte, fallenproportionale Fehler im Vergleich von RBC, HGB, HCT, MCH, MCV und PLT auf.Im Vergleich pocH-100iV Diff mit ADVIA 2120 der Parameter WBC, RBC, HGB, HCT,MCH, MCHC, MCV, PLT liegen die Spearman-Korrelationskoeffizienten zwischen0,96 und 0,32. Es werden folgende Mittelwertunterschiede erzielt: 0,71x 109/l fürWBC, 0,30 x 1012/l für RBC, -1,81 mmol/l für HGB, 0,00 l/l für HCT, -0,25 fmol/l fürMCH, -6,62 mmol/l für MCHC, 1,53 fl für MCV, 48,0 109/l für PLT. Hinzu kommt eineweite Streuung der 95%igen Übereinstimmungsgrenze der PLT. Proportionale Fehlersind hier bei RBC, HGB und dessen Indizes sowie PLT auffällig.Betrachtet man die Ergebnisse der Differentialblutbilder sind im manuellen Vergleichfür die Geräte XT-2000iV, pocH-100iV Diff und ADVIA 2120 Spearman-Korrelationskoeffizienten zwischen 0,92 und 0,44, sowie Mittelwertunterschiede von-4,34 bis-3,88% für neutrophile Granulozyten, 1,67 bis 5,68% für Lymphozyten, 0,74bis 2,74% für Monozyten, 0,05 bis 0,89% für eosinophile Granulozyten und -6,15 fürOTHR ermittelt worden.Die Retikulozytenzählungen des XT-2000iV fallen im Vergleich zum ADVIA 2120 undzur manuellen Methode höher aus.Im Antikoagulanzienvergleich besteht ein signifikanter Unterschied in der MCHC-(EDTA und Heparin) Lymphozyten- (EDTA, Heparin und Citrat) undMonozytenzählung (EDTA und Heparin) beim XT-2000iV und des MCV (EDTA,Heparin und Citrat) beim pocH-100iV Diff.In Betrachtung der Lagerungszeit und -temperatur erweisen sich WBC, RBC, HGB,MCH stabil. HCT, MCV und MCHC werden durch eine Anschwellung derErythrozyten beeinflusst. Die Thrombozytenzahl ist instabil und steigt bereits nacheiner dreistündigen Lagerungszeit an. Die bei 4°C gelagerten Blutproben stellen sichim Allgemeinen stabiler dar.SchlussfolgerungIm Gesamtbild stellen sich die Hämatologiesysteme als geeignet für denRoutinebetrieb dar. Die Abweichungen der Hämoglobinwerte und dessen Indizessind auf Grund eines proportionalen Fehlers des ADVIA 2120 zu begründen.Möglicher Weise sind die proportionalen Fehler der RBC, des HCT und des MCVFolge der technologischen Unterschiede der Geräte. Eine tierartspezifischeSoftwareadaptation ist somit notwendig und bereits erfolgt. DieThrombozytenzählung stellt auf Grund der Aggregationsneigung bei der Katze einpräanalytisches Problem dar, so dass weiterhin bei klinisch entscheidenden Wertenstets eine Schätzung und Verifizierung mittels Blutausstrich bei Katzen durchgeführtwerden sollte.Zur Auswertung des Differentialblutbildes sollte beim XT-2000iV das Scattergrammhinzugezogen werden. Dies sollte als Hilfestellung zur Erkennung vonpathologischen Blutproben verwendet werden. Letztendlich ist eine Verifizierungmittels Blutausstrich unumgänglich. Die Aussage des Differentialblutbildes bei einemImpedanzgerät (pocH-100iV Diff) ist in Frage zu stellen und bedarf ebenfalls einermanuellen Verifizierung.Eine Retikulozytenanalyse ist hinsichtlich der Anämieklassifikation von Vorteil. AufGrund der unterschiedlichen Ergebnisse bezüglich der manuellen Methode und desADVIA 2120/120 sind weitere Studien zur Bestimmung von gerätespezifischen Cutoff-Werten erforderlich.Der XT-2000iV stellt sich als Einsendegerät geeignet dar. Insgesamt sollten dieProben kühl gelagert und die Messung sollte 36 Stunden nach der Blutentnahmeabgeschlossen sein. Für die Hämatokrit- und Thrombozytenbestimmungen sindfrühere Analysen erforderlich.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
