Das hypoplastische linke Herz: Gießen-Hybrid-Prozedur Stage I mit Einsatz eines speziell entwickelten, selbstexpandierenden Ductus-Stents

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In der vorliegenden Arbeit wurde der Behandlungsverlauf von 51 Patienten analysiert, die mit einem Sinus-Super-Flex-DS (SSF) im Rahmen der Gießen-Hybrid-Prozedur (GHP) behandelt wurden. Die Daten wurden monozentrisch aus dem Kinderherz-Zentrum Gießen sowohl retro- als auch prospektiv gewonnen. Die Patienten wurden anhand der Hauptdiagnosen in die Gruppen HLHS (n=30), HLHC (n=10), Borderline-LV (n=6), ccTGA (n=2), sowie andere Herzfehler (n=3) eingeteilt. Der errechnete Aristotle Score lag im Durchschnitt bei 16,7 (14,5 21,5). [46, 47]Bei 44 Patienten (86 %) wurde ein chirurgisches bPAB zuerst durchgeführt. Bei 32 Patienten (63 %) wurde Stage I der Hybrid-Prozedur mit einer perkutanen Stentversorgung des Ductus arteriosus (DA) unter Sedierung in Spontanatmung durchgeführt; einige Patienten wurden noch intubiert und sediert direkt aus dem OP zur komplementären Herzkatheteruntersuchung gebracht.Zwei SSF-Stents wurden in Teleskop-Technik bei 8 Patienten in DA platziert (16 %). 10 Kindern (20 %) benötigten eine Ballon-Nachdilatation des DA-Stents. Eine Kombination mit anderen Interventionen, meist Manipulationen am IAS, wurde in 19 Fällen (37 %) durchgeführt. Bei 4 Neugeborenen (8 %) wurde unmittelbar postnatal eine Vorhofseptum-Manipulation durchgeführt.Insgesamt stellt der CE-zugelassene Stent, was Implantationstechnik, Strahlenbelastung, Komplikationsrate und Letalität anbelangt, einen enormeren Gewinn dar. Die teilweise schwache Radialkraft konnte die Vorteile des Stents nicht überwiegen. Ein wesentlicher Vorteil ist das Einbringen über eine 4-Fr.-Schleuse mit einem Gefäß-schonenden, arteriellen Zugang. Das Open Cell Design reduziert gleichzeitig die Embolisations-Gefahr. Das Problem der Stenose im Ductus durch zu klein vermessenen DA, bedurfte allerdings in 14 Fällen (27%) einer Nachdilatation oder Implantation eines zweiten SSF.Unter Berücksichtigung aller Folge-Eingriffe kam es nur zu einem Todesfall.Die Entlassungsmedikation als Kombination aus Bisoprolol, Lisinopril und Spironolacton (BLS-Schema) hat sich für die Kinder und auch für die häusliche Applikation durch die Eltern bewährt.In Gießen wird die Hybrid-Prozedur aus vielen Gründen dem Norwood Stage I vorgezogen. Ein Hauptgrund ist die enorme Flexibilität und damit verbundene Individualisierung der Behandlung bei einem insgesamt sehr anspruchsvollen Patientenkollektiv.

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