Positionsveränderungen der Unterkiefer-Incisivi in Bezug auf die Unterkiefervorverlagerung bei der Schienen-Herbst/Multibracket Apparatur Behandlung

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Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den Einfluss der Schienen-Herbst/Multibracket-(MB) Apparatur auf die Stellung der Unterkiefer-Incisivi in Bezug auf das Ausmaß der Unterkiefervorverlagerung zu Beginn der Behandlung an Patienten mit einer Klasse II:1-Dysgnathie in einer explorativen Studie zu ermitteln. Hierbei wurden die sagittale und vertikale Kieferrelation, das Alter und die skelettale Reife der Patienten mit berücksichtigt. Untersucht wurden 133 Angle-Klasse II:1 Dysgnathien, welche mit einer Schienen-Herbst Apparatur und anschließend mit einer MB-Apparatur behandelt wurden. Anhand der Größe der Unterkiefervorverlagerung (Bite jumping) zu Beginn der Behandlung wurden die Probanden in drei Gruppen (I, II und III) unterteilt: ·I: 49 Probanden mit einem Bite jumping = mm ·II: 44 Probanden mit einem Bite jumping von 7,5 mm bis 9,5 mm ·III: 40 Probanden mit einem Bite jumping >9,5 mm Das Durchschnittsalter war bei: I: 13,6 ± 2,4 Jahre, II: 15,4 ± 6,7 Jahre, III: 14,7 ± 4,7 Jahre. Die durchschnittliche Behandlungsdauer betrug mit der Herbst-Apparatur 7 Monate und mit der anschließenden MB-Apparatur 12 Monate. Die skelettale Reife der Probanden vor Beginn der Behandlung wurde anhand der Reifung der Handknochen (Handröntgen) oder der C3-Halswirbelkörper (FRS) ermittelt. Im Verhältnis zum pubertären Wachstumsgipfel wurde zwischen vier Reifestadien unterschieden: Pre-Peak, Peak, Post-Peak und das Wachstumsende. Die Verteilung der Reifestadien war in den drei Bite jumping-Gruppen vergleichbar. Es wurden Fernröntgenseitenbilder (FRS) des Kopfes in habitueller Okklusion zu drei verschiedenen Zeitpunkten ausgewertet: vor der Herbst-Behandlung (T1), nach der Herbst-Behandlung (T2) und nach der anschließenden MB-Behandlung (T3). Die kephalometrischen Veränderungen während drei Untersuchungszeiträumen wurden festgehalten: ·T2 - T1 Herbst -Behandlungsphase ·T3 - T2 MB-Behandlungsphase ·T3 - T1 Gesamter Behandlungszeitraum Untersucht wurden die Veränderungen der vertikalen und sagittalen Position der Unterkiefer- Incisivi. Die sagittale und vertikale Kieferrelation wurde anhand des ANB-Winkels und des Mandibularbasiswinkels (ML/NSL) erfasst. Die Studie führte zu folgenden Ergebnissen: ·Während der Herbst-Behandlungsphasen (T2 - T1) kam es bei allen drei Bite jumping-Gruppen zur ausgeprägten Intrusion, Protrusion und Proklination der Unterkiefer-Incisivi. Bei dem Vergleich der drei Bite jumping-Gruppen untereinander kam es bei Gruppe II und III zu deutlich größeren Zahnbewegungen als in Gruppe I. Zwischen Gruppe II und III lag kein Unterschied vor. Betrachtet man die individuellen Messwerte der Probanden, war folgendes zu finden: Eine Intrusion der Frontzähne von mehr als 3 mm war bei 10% der Probanden der Gruppe I, 25% der Probanden der Gruppe II und 43% der Probanden der Gruppe III zu finden. Eine Protrusion der Frontzähne von mehr als 3 mm kam bei 41% der Probanden der Gruppe I, 52% der Probanden der Gruppe II und 63% der Probanden der Gruppe III vor. Eine Proklination der Frontzähne von mehr als 12° kam bei 16% der Probanden der Gruppe I, 36% der Probanden der Gruppe II und 43% der Probanden der Gruppe III vor. ·Während der MB-Behandlungsphase (T3 - T2) kam es bei allen drei Bite jumping-Gruppen zu rückläufigen Bewegungen der Unterkiefer-Incisivi: Extrusion, Retrusion und Retroklination. Es war kein statistischer Unterschied zwischen den Bite jumping Gruppen zu erkennen. ·Es konnte eine mäßige Korrelation (r = 0,40-0,44) zwischen dem Ausmaß des Bite jumpings und der sagittalen und vertikalen Positionsveränderung der Unterkiefer-Incisivi während der Herbst-Behandlungsphase festgestellt werden. ·Es konnten keine Zusammenhänge zwischen der Größe des Bite jumpings und der Veränderung der sagittalen und vertikalen Kieferrelation sowie dem Alter oder der skelettalen Reife gefunden werden. Schlussfolgernd konnte festgestellt werden, dass je größer der Bite jumping, desto größer die Intrusion, Protrusion und Proklination der Zähne während der Herbst-Behandlungsphase. In der nachfolgenden MB-Behandlungsphase kam es zu rückläufigen Bewegungen der unteren Incisivi. Die Größe dieser Bewegungen war unabhängig vom Ausmaß des Bite jumpings.

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler 2008

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