Einfluss von Milch-Phospholipiden und Soja-Phospholipiden auf Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen beim Menschen

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Unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE) werden Erkrankungen verstanden, die das Herz und den Blutkreislauf betreffen. An HKE sterben in Deutschland und weltweit die meisten Menschen. Lipidstoffwechselstörungen gehören zu den Hauptrisikofaktoren für HKE. Phospholipide (PL) sind phosphathaltige, komplexe, polare Lipide, die ubiquitär in biologischen Membranen als Hauptbestandteil zu finden sind. Sie sind nicht nur unerlässlich für die intestinale Triglycerid- und Cholesterin (C)-Resorption im Menschen, sondern können, in exzessiven Dosen gegeben, die C-Resorption ebenso hemmen. Es gibt Untersuchungen die zeigen, dass PL mit einem hohen Anteil an Sphingomyelin (SM) und einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren (FS) die C-Resorption aus dem Darm stärker hemmen können als PL, die kein SM enthalten und einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigte FS haben. Zusätzlich können PL mit gesättigten FS einen stärkeren Einfluss auf den intermediären Lipidstoffwechsel ausüben. Milch-PL haben einen hohen Anteil an SM (fast 20 %) und einen hohen Anteil an ungesättigten FS, wohingegen Soja-PL kein SM enthalten und einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten FS aufweisen. Bisher wurde erst eine Langzeitstudie zur Wirkung von Milch-PL, die mit Ei-PL verglichen wurde, durchgeführt. Deshalb sind weitere Studien zur Wirkung von Milch-PL im Vergleich zu Milch-Triglyceriden mit ähnlichem FS-Muster und Soja-PL nötig, um diese Hypothesen zu prüfen.Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Wirkung der Milch-PL auf den Lipidstoffwechsel und weitere Risikofaktoren für HKE zu untersuchen. Dazu wurden zwei humane Interventionsstudien im parallelen, doppelblinden, randomisierten und kontrollierten Design durchgeführt. In der Humanstudie 1 bekamen 62 übergewichtige und adipöse Männer (Body Mass Index 30,8 ± 2,4 kg/m2, 62,5 ± 6,4 Jahre alt) über einen Zeitraum von acht Wochen täglich entweder 2 g Milch-PL oder 2 g Milch-Triglyceride mit ähnlichem Fettsäurenmuster in 200 ml Milch. Zu Beginn und am Ende des Interventionszeitraums wurden anthropometrische und physische Untersuchungen durchgeführt und Blutparameter des Lipid- und Kohlenhydratstoffwechsels sowie Inflammationsmarker bestimmt. Als Primärparameter galt das Verhältnis von Gesamt-C/HDL-C. In der Humanstudie 2 wurde die Wirkung der Milch-PL mit der Wirkung der Soja-PL verglichen. Dazu tranken 57 Männer über einen Zeitraum von sieben Wochen täglich 250 ml Milch, die entweder mit 3 g Milch-PL oder mit 2,8 g Soja-PL angereichert wurde. Auch in dieser Studie fanden zu Beginn und am Ende des Studienzeitraums Untersuchungen statt. Zusätzlich wurde der Genotyp Methylentetrahydrofolat-Reduktase C677T bestimmt. In beiden Studien protokollierten die Probanden während und außerhalb der Studie ihr Ernährungsverhalten mithilfe von 4-Tage-Schätzprotokollen.In Humanstudie 1 bewirkte die Intervention mit täglich 2 g Milch-PL im Vergleich zur Kontrolle keine Senkung von atherogenen Plasmalipiden (Gesamt-C, LDL-C, Triglyceride, Apolipoprotein B, Lipoprotein(a)) und keine Erhöhung von schützenden Plasmalipiden (Apolipoprotein A1, HDL-C). In der Kontrollgruppe wurde der Glukosespiegel leicht, aber signifikant gesenkt, wohingegen keine Veränderung in der Milch-PL-Gruppe zu verzeichnen war. Insulin und HOMA-IR wurden nicht verändert. Daneben wurde ein signifikanter Interventionseffekt auf die Aktivität von γ-Glutamyltransferase beobachtet, diese stieg in der Kontrollgruppe um etwa 18 % an, blieb aber in der Milch-PL-Gruppe weitestgehend konstant. Die Aktivität der Alanin-Aminotransferase stieg in der Kontrollgruppe signifikant um 16 % an und blieb ebenfalls in der Milch-PL-Gruppe konstant. Das Enzym Aspartat-Aminotransferase lag nach der Intervention mit Milch-PL in seiner Aktivität um 6 % verringert vor, jedoch nicht in der Kontroll-Gruppe.Auch in der Humanstudie 2 wurden die untersuchten Lipidparameter durch die Intervention mit täglich 3 g PL im Vergleich zu 2,8 g Soja-PL nicht unterschiedlich beeinflusst. Lediglich Gesamt-C wurde innerhalb der Milch-PL-Gruppe signifikant um etwa 3 % gesenkt. In der Humanstudie 2 wurde der Insulinspiegel in der Milch-PL-Gruppe, nicht aber in der Soja-PL-Gruppe gesenkt. Insulin und HOMA-IR wurden nicht verändert. Auch in der Humanstudie 2 zeigte sich bei der Aktivität der beta-Glutamyltransferase ein signifikanter Interventionseffekt, die Aktivität nahm in der Milch-PL-Gruppe leicht ab und in der Soja-PL-Gruppe leicht zu, die beiden anderen Leberenzyme wurden durch die Interventionen allerdings nicht beeinflusst.Die Humanstudien zeigen, dass Milch-PL im Vergleich zu Milch-Triglyceriden mit ähnlichem Fettsäurenmuster und im Vergleich zu Soja-PL keine günstigere Wirkung auf den Lipidstoffwechsel und weitere Risikoparameter für HKE haben. Somit wurde unter diesen Bedingungen keine präventive Wirkung der Milch-PL nachgewiesen.

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