Die Quantifizierung und das Monitoring des Wachstums dentaler Plaque sind zur Prävention plaqueassoziierter Erkrankungen wie Karies und Parodontopathien, etwa als Hilfsmittel zur Patient(inn)enmotivation oder bei der Anwendung innerhalb klinischer Studien, von großer Bedeutung. Bisweilen erfolgt die Beurteilung meist mittels klinischer Indizes, welche in der Regel ein Anfärben und damit eine Veränderung der Plaque erfordern. Quantitative Light-Induced Fluorescence-Digital (QLF-D) stellt ein planimetrisches Messverfahren dar, welches auf der Autofluoreszenz von Schmelz, Dentin und Porphyrinen, die teilweise von Mikroorganismen in der Plaque synthetisiert werden, basiert.Ziel der Studie war der Vergleich von auf standardisierten Fluoreszenzfotos quantifizierter Plaque mit auf standardisierten konventionellen Fotos nach Applikation einer Färbelösung quantifizierter Plaque und das Monitoring von Plaquewachstum mittels standardisierter Fluoreszenzfotos über einen Zeitraum von 72 Stunden. Es wurden bei jedem Probanden die Oral- und Vestibulärflächen eines Frontzahnes, eines Prämolaren und eines Molaren pro Kiefer betrachtet. Hierzu wurde ein automatisiertes planimetrisches Auswertungsverfahren zur Ermittlung der prozentualen Plaquebedeckung der jeweiligen Zahnfläche entwickelt und angewandt. Die Studie beinhaltete vier Untersuchungstermine. Beim ersten Termin (T1) wurden ein Fluoreszenz- und nach Anfärben ein konventioneller Fotostatus erstellt und eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt. Im Anschluss wurde die habituelle Mundhygiene eingestellt und nach 48 Stunden im Rahmen des zweiten Termins (T2) ein Fluoreszenzfotostatus erstellt. Nach 72 Stunden erfolgte der dritte Termin (T3) analog zu T1 unter anschließender Wiederaufnahme der habituellen Mundhygiene. Der vierte Termin (T4) fand 4 6 Wochen später analog zu T1/T3 statt. Die Proband(inn)engruppe bestand aus 29 (T1-T4) respektive 30 (T1-T3) Studierenden oder Erwerbstätigen im Alter von 20-32 Jahren (Durchschnittsalter 25,8±2,9 Jahre).Es wurde gezeigt, dass 72-stündiger Verzicht auf Mundhygiene zu signifikant höherer Plaquebedeckung führt. Die Korrelation zwischen den bei Fluoreszenzmessung mittels QLF-D und den auf konventionellen Fotos nach Anfärben gemessenen Bedeckungswerten war gering. Insgesamt zeigte sich die Fluoreszenzmessung als für Plaque frühen Reifegrades deutlich unempfindlicher. Offenbar ist eine deutliche Autofluoreszenz erst mit zunehmender Plaquereife und -dicke zu erwarten. Daher ist QLF-D für reine Quantifizierung weniger geeignet; bietet aber Potential zur Beurteilung der Ökologie des Biofilms.
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