Gentherapeutischer Einsatz von membranständigen Tumornekrosefaktor-exprimierenden retroviralen Vektoren am Modell des Meth-A-Sarkoms und des B16-Melanoms in vivo
Obwohl zahlreiche in vitro- und in vivo-Studien die antitumorale Eigenschaft von TNF demonstrierten, wird die klinische Anwendung von TNF in der Therapie von Krebserkrankungen durch die bei systemischer Verabreichung auftretenden erheblichen Nebenwirkungen und die verhältnismäßig niedrigen Ansprechraten der Tumoren limitiert.
In der vorliegenden Arbeit wurde an den Tumormodellen des Meth-A-Sarkoms und des B16-Melanoms die Wirkung der gentherapeutischen Tumorbehandlung mit membranständigem Tumornekrosefaktor (tmTNF) auf die Tumorzellen und auf das Tumorendothel untersucht. Hierzu wurde der für die cDNA von tmTNF kodierende retrovirale Vektor pBabe Neo verwendet. Da für eine effiziente Infektion der Zielzellen ein hoher viraler Titer notwendig ist, wurden die Retroviren zunächst mittels Zentrifugation konzentriert.
In vivo konnte gezeigt werden, dass die intratumorale Injektion des für tmTNF kodierenden retroviralen Vektors in Meth A Fibrosarkomen die Ausbildung von Tumornekrosen induziert. Nach Injektion eines Kontrollvirus, das nicht für tmTNF kodierte, fanden sich hingegen keine Tumornekrosen.
Anschließend wurde geprüft, ob die intratumorale Injektion des Viruskonzentrates die tumornekrotisierende Wirkung von nachfolgend systemisch verabreichtem TNF potenzieren kann. Die antitumorale Wirkung des therapeutischen Gens wurde dabei durch die anschließende intratumorale Injektion, jedoch nicht durch eine systemische Verabreichung, von löslichem TNF (sTNF) verstärkt. In B16-Melanomen induzierte bereits die alleinige intratumorale Injektion von Retroviren, unabhängig davon, ob die Retroviren für tmTNF kodierten oder nicht, die Entstehung von Tumornekrosen. Durch die nachfolgende systemische Applikation von sTNF konnte kein zusätzlicher tumornekrotisierender Effekt erzielt werden.Abschließend wurde am Meth-A-Sarkom untersucht, ob die gentherapeutische Vorbehandlung des Tumorendothels mit tmTNF die antineoplastische Wirkung des Zytostatikums Melphalan potenzieren kann. Es stellte sich heraus, dass die intratumorale Behandlung der Tumoren mit dem für tmTNF kodierenden Virus eine leichte wachstumshemmende Wirkung auf die Tumoren hatte. Die Wachstumshemmung wurde durch die anschließende systemische Behandlung mit Melphalan jedoch nicht verstärkt.
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