Aufgang sowie Etablierung von Arten des Grünlandes gleicher Gattungs- und unterschiedlicher Gesellschaftszugehörigkeit bei verschiedener Konkurrenz

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Zur Ergänzung und Verifizierung vorangegangener Laboruntersuchungen über das Keimungsverhalten verbreiteter Grünlandarten wurden in der vorliegenden Untersuchung Freilandversuche durchgeführt, die - gelegen in 160 m ü. NN südlich von Gießen - als Lateinisches Rechteck mit drei Wiederholungen angelegt waren. Es wurden acht verschiedene Pflanzenarten (= Bromus erectus, Bromus hordeaceus, Galium mollugo, Galium verum, Plantago major, Plantago media, Poa annua, Poa trivialis) gleicher Gattungs- und unterschiedlicher Pflanzengesellschaftszugehörigkeit ausgewählt, um den Einfluss der Faktoren Hauptbestandsbildner (= Lolium perenne, Festuca rubra), Nutzungsfreqenz (= 2mal, 4mal) sowie abgestufter interspezifischer Konkurrenz (= ausgeschaltete Spross- bzw. Wurzelkonkurrenz, volle und fehlende Konkurrenz) auf Aufgang und Etablierung der Pflanzen zu untersuchen. Die erzielten Resultate lassen sich wie folgt zusammenfassen: 1. Im Hinblick auf die Etablierung bei voller Konkurrenz ging der größte Einfluss - auf Ebene der Gattungen betrachtet - von dem Faktor Art aus. Zum Ende des Beobachtungszeitraumes kam es bei Bromus spec. zur Wechselwirkung Art x Nutzungsfrequenz, da Bromus hordeaceus bei geringer Nutzungsfrequenz besser etabliert war als Bromus erectus. Bei den Poa spec. und Galium spec. bestand die Interaktion Art x Narbe, da in den Lolium perenne-Beständen von Galium mollugo und Poa annua mehr Pflanzen etabliert waren als von Galium verum bzw. Poa trivialis, während artabhängige Unterschiede in den Festuca rubra-Beständen nicht gesichert waren. 2. Bromus hordeaceus war in den Lolium perenne-Beständen besser etabliert als in den Festuca rubra-Narben, was häufig bei geringer Nutzungsfrequenz deutlicher war. Im Gegensatz dazu bestanden bei Galium mollugo - ebenfalls ein Vertreter der Molinio-Arrhenatheretea-Pflanzengesellschaft - keine narbenabhängigen Unterschiede. Bei Poa trivialis ging kein gesicherter Einfluss von den Faktoren Nutzungsfrequenz und Hauptbestandesbildner aus, wobei allerdings die Aufgangs- und die Etablierungsraten insbesondere zum Ende des Beobachtungszeitraumes auf einem äußerst niedrigen Niveau lagen. 3. Bei Bromus erectus kam es - über die Jahre betrachtet - dem erektophilen Wuchstyp entsprechend, zu Unterschieden in Abhängigkeit von der Nutzungsfrequenz; bei Lolium perenne als Hauptbestandsbilder, verglichen mit Festuca rubra, war Bromus erectus besser etabliert. Bei Galium verum und Plantago media, die ebenfalls zu Vertretern den Festuco-Brometea-Gesellschaften zählen, ging weder vom Hauptbestandsbildner noch der Nutzungsfrequenz ein gesicherter Einfluss auf die Etablierung aus. 4. Bei den Arten der Plantaginetea majoris-Gesellschaften, Plantago major und Poa annua, ging von der Nutzungsfrequenz kein relevanter Einfluss auf die Etablierung aus. Dagegen war der Effekt abgestufter Konkurrenz groß, die höchsten Etablierungsraten wurden bei fehlender interspezifischer Konkurrenz beobachtet. 5. Wie für Keimungsstrategien bereits bekannt, bestanden auch im Hinblick auf Aufgang und Etablierung Ähnlichkeiten bei Arten gleicher Gattungszugehörigkeit. Neben diesem genetischen Effekt konnten teilweise auch gesellschaftsspezifische Effekte bei der Etablierung beobachtet werden; so waren die Vertreter der Molinio-Arrhenatheretea-Gesellschaften, Bromus hordeaceus und Galium mollugo, gut etabliert, wenn die Sprosskonkurrenz ausgeschaltet war und zeigten selbst in der Variante mit voller Konkurrenz zum Ende der Beobachtungsperiode noch vergleichsweise hohe Etablierungsraten. 6. Mit Ausnahme von Bromus hordeaceus, das im letzten Jahr unabhängig von den Konkurrenzbedingungen Etablierungsraten von > 80% erreichte, waren die restliche eingesäten Arten in den Varianten mit ausgeschalteter Wurzelkonkurrenz und voller Konkurrenz häufig schlechter entwickelt. 7. Häufig konnte ein schnellerer Aufgang der Pflanzen in den Varianten mit ausgeschalteter interspezifischer Spross- bzw. Wurzelkonkurrenz beobachtet werden, während bei voller Konkurrenz der Aufgang meistens verzögert einsetzte. Die Entwicklungsstadien wurden bei fehlender interspezifischer Konkurrenz am schnellsten durchlaufen. 9. Zwischen der Keimung unter Laborbedingungen und dem Aufgang sowie der Etablierung im Freiland bestanden gute Übereinstimmungen, wenn im Labor in verschiedenen Umwelten die Keimung ausnahmslos zügig verläuft oder ein Umweltfaktor im Labor eindeutig dominiert und dieser im Freiland dann auch existent ist.

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