Wirkungen eines Bifidojoghurts mit Laktulose und eines konventionellen Joghurts auf Darmphysiologie und bakterielle Metaboliten als Risikomodulatoren der Kolonkarzinogenese sowie Darmflora und Blutlipide bei gesunden Erwachsenen

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Hintergrund: Probiotische und synbiotische Milchprodukte zählen zu den "funktionellen Lebensmitteln", denen im Vergleich zu herkömmlichen Produkten ein gesundheitsfördernder Zusatznutzen zugeschrieben wird. Dabei wird diskutiert, ob die Gesundheit bereits gesunder Personen noch optimierbar ist, ob und in welcher Weise die Darmflora gezielt "günstig" modifiziert werden kann und/oder ob diese Manipulation zu messbaren gesundheitsfördernden Veränderungen metabolischer und systemischer Biomarker führen kann. Es fehlt an gut kontrollierten Humanstudien, die Unterschiede zu konventionellen Milchprodukten herausstellen.Ziel: Es war Ziel der Untersuchung, festzustellen, ob durch Verabreichung eines Bifidojoghurts mit Laktulose (BJ+L) im Vergleich zu einem konventionellen Joghurt (KJ) der Anteil der Bifidobakterien im Stuhl selektiv erhöht werden kann und/oder ob mit dieser Modifikation metabolische und systemische Parameter günstig beeinflusst werden können, die im Zusammenhang mit der Kolonkarzinogenese und der Gesunderhaltung im weiteren Sinne von Bedeutung sind. Methodik: In einer kontrollierten Doppelblindstudie erhielten 12 gesunde Probanden (7 Frauen, 5 Männer, 19-26 Jahre, BMI 19-<27) in 2 durch 6 Wochen voneinander getrennten Versuchsphasen (A, B) nach je 1-wöchigen Kontrollphasen (A0, B0) über 3 Wochen je 500 ml/d BJ+L (A) (log 6-log 8 Bif. longum/ml + 0,5 g Laktulose/100 ml) bzw. KJ (B) zur normalen Kost (Kontrolle mittels 3-d-Ernährungsprotokoll). Probeentnahmen und Messungen erfolgten in den Kontrollwochen vor (A0, B0) und in der jeweils 3. Woche des Verzehrs der Testjoghurts (A3, B3). Ergebnis: Unter BJ+L waren die Dünndarmtransitzeit verkürzt, die Fermentationsaktivität im proximalen Kolon und die Azetatkonzentration im Stuhl erhöht, Konzentration und Exkretion von 4-Cholesten-3-on im Stuhl sowie IgG im Blut signifikant reduziert. Beide Testjoghurts bewirkten signifikante Zunahmen der mittleren täglichen Exkretion und Konzentration von Bacteroides, der Exkretion von anaeroben Gram-positiven Stäbchen, darunter auch Bifidobakterien sowie der anaeroben Gesamtkeime. BJ+L führte außerdem zu signifikant erhöhter Exkretion von Strepto-/Enterokokken, während KJ die Konzentration und Exkretion der Gesamtkeime und der Eubakterien signifikant steigerte, ebenso die Konzentration der Anaeroben, der anaeroben Gram-positiven Keime sowie der Bifidobakterien. Unter KJ kam es zu einer signifikanten relativen Zunahme von anaeroben Gram-positiven Stäbchen und Bifidobakterien und einer Abnahme von Bacteroides in B3; die Werte waren aber nicht signifikant unterschiedlich von BJ+L (A3). Unter beiden Joghurts überlagerte das proportionale Bacteroideswachstum in Relation zur Veränderung der Gesamtkeimzahl das der Bifidobakterien. Unverändert blieben Konzentration und Exkretion der Gesamtkeimzahl (A3), von Eubakterien (A3), Strepto-/Enterokokken (B3), Aeroben, aeroben Laktobazillen, Enterobakterien, E. coli, Clostridien, C. perfringens sowie Candida. Beide Joghurts verursachten signifikant erhöhte Apolipoprotein A1-Werte. Unverändert blieben Körpergewicht, Stuhlfrequenz, Fermentationsaktivität im proximalen Dickdarm (B3), oro-anale Transitzeit, Stuhlfrisch- und -trockenmasse sowie pH-Wert, neutrale Sterine (darunter 4-Cholesten-3-on in B3), Gallensäuren und kurzkettige Fettsäuren (darunter Azetat in B3) im Stuhl, außerdem Blutlipide, Apolipoprotein B und Immunglobuline A, M, G (B3).Schlussfolgerung: Trotz Zunahme auch "ungünstiger" Keime wirkte BJ+L bei "westlicher Kost" probiotisch im Sinne einer Chemoprävention (erhöhte Fermentationsaktiviät, Abnahme von 4-Cholesten-3-on) und erhöhte die immunologische Toleranz (Abnahme von IgG). Der initiale Symbiosestatus der Darmflora ist wesentlich für den mikrobiellen Wirkungsgrad. KJ kann bei relativ verminderter Bifidokeimzahl bifidogene Wirkung haben. Die Bifidoflora wurde unter BJ+L nur leicht und unter beiden Joghurts nicht selektiv gefördert. Das Bifidowachstum kann überschätzt werden, wenn keine weiteren Fäkalkeime bestimmt werden und ist nicht notwendigerweise mit probiotisch-metabolischen Effekten verbunden. Laktulose erschien nicht als optimales Präbiotikum.

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