Die sonographische Untersuchung und Vermessung des Kniegelenkes bei Hunden mit Patellaluxation

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Die vorliegende Arbeit beschäftigte sich mit der sonographischen Darstellbarkeit und Vermessung der Trochlea ossis femoris bei gesunden und bei an Patellaluxation erkrankten Hunden. Ziel war es, Normalwerte sowohl bei gesunden Hunden als auch bei Patienten mit Patellaluxation herauszufinden. Weiterhin sollte festgestellt werden, inwieweit eine Einteilung in die verschiedenen Patellaluxationsgrade mit Hilfe der Messungen gelingt. Die Untersuchungen wurden mit zwei verschiedenen Geräten (Ultramark 9 HDI der Firma ATL und Powervision 8000 der Firma Toshiba) und zwei verschiedenen Linearsonden durchgeführt. Die Frequenz betrug bei dem Linearschallkopf der Firma ATL 5-10 MHz und bei dem Schallkopf der Firma Toshiba 6-12 MHz. Beide Schallköpfe stellten die Frequenz abhängig von der verwendeten Tiefe selbständig ein. Zunächst wurde die Trochlea ossis femoris an fünf euthanasierten, kniegesunden Hunden sonographisch untersucht. Anschließend wurde das Kniegelenk dieser Hunde freipräpariert, die einzelnen Kniegelenksstrukturen im Wasserbad geschallt und die Tiefe der Trochlea ossis femoris mit Hilfe einer Schieblehre bestimmt. Die Hauptuntersuchung fand an 170 Hundekniegelenken statt, wobei 114 Kniegelenke ohne Patellaluxation und 56 Knie mit Patellaluxation untersucht wurden. Im Hinblick auf die Patellaluxation stellte sich heraus, dass der suprapatellare und infrapatellare Querschnitt des Sulcus trochlearis von besonderer Wichtigkeit waren. Suprapatellar wurde das Kniegelenk in maximaler Flexion und infrapatellar in maximaler Extension geschallt. Bei allen Patienten konnte die Trochlea so gut dargestellt werden. An beiden Schnittbildern wurden jeweils die folgenden 9 Messungen durchgeführt: der Sulkuswinkel, die Sulkusbreite, die Trochleatiefe, die Länge, die Breite und die Höhe des medialen und lateralen Kondylus. Die Messung der Kondylusbreite bereitete bei einzelnen Patienten Probleme, da bei diesen Patienten die Außenlinie des lateralen oder medialen Kondylus nicht weit genug nach distal reichte. In diesen Fällen wurde der Verlauf der Linie fortgeführt und ein imaginärer Schnittpunkt gebildet. Alle anderen Parameter ließen sich ohne Schwierigkeiten messen. Für jeden untersuchten Parameter wurde überprüft, ob ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den einzelnen Patellaluxationsgruppen besteht. Es zeigte sich, dass einerseits mit zunehmendem Patellaluxationsgrad die Sulkusbreite, die Trochleatiefe, die Länge, die Breite und die Höhe des medialen und lateralen Kondylus statistisch signifikant abnehmen und der Sulkuswinkel statistisch signifikant zunimmt. Andererseits bestand eine statistische Signifikanz bezogen auf die Körpermasse: mit steigendem Gewicht nahmen die Sulkusbreite, die Trochleatiefe, die Länge, die Breite und die Höhe des medialen und lateralen Kondylus zu und der Sulkuswinkel ab. Der statistisch signifikante Unterschied zwischen den einzelnen Patellaluxationsgruppen spielte sich im Zehntel Millimeter Bereich bzw. bei dem Sulkuswinkel im 1-2° Bereich ab. Die vorliegende Studie ist vielversprechend. Bis zu einem Gewicht von 10,0 kg wies die gesunde Kontrollgruppe stets größere Mittelwerte auf als die Hunde mit Patellaluxation. Die Ausnahme bildete der Parameter Sulkuswinkel. Dort zeigten die Hunde aus der Vergleichsgruppe kleinere Winkel. In der Gewichtsklasse über 10,0 kg besaß die Kontrollgruppe nicht immer die größten Mittelwerte. Durch die willkürliche Einteilung in die verschiedenen Gewichtsuntergruppen entstanden besonders bei den großen Hunden mit Patellaluxation sehr kleine Gruppen. Es müssen weitere Untersuchungen mit einer größeren Anzahl von Hunden mit Patellaluxation folgen, um festzustellen, inwieweit die Unterteilung in die verschiedenen Gewichtsgruppen sinnvoll ist, und ob, unter Anwendung aller 18 Parameter, eine Einteilung in die einzelnen Patellaluxationsgruppen möglich ist.Zusätzlich gibt die Darstellung des Sulcus trochlearis vor einer Operation die einfache Möglichkeit, sich ohne Narkose und Strahlenbelastung über die Form der Trochlea zu informieren und eine Operation besser planen zu können. Die vorgenommenen Korrekturen können postoperativ mit Hilfe der sonographischen Kniegelenksuntersuchung überprüft und dokumentiert werden.

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Erstpublikation in

Wettenberg : VVB Laufersweiler 2005

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