Immunhistologische Untersuchung zur MHC II-Expression bei Dermatitiden von Hunden und Katzen

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1. Ziel dieser Arbeit war es, eine Methode zu etablieren, die eine genauere Charakterisierung und Differenzierung von Dermatitiden von Hunden und Katzen ermöglicht, um neue Erkenntnisse über den Zusammenhang von verschiedenen Hautentzündungen, deren Pathogenese und deren Ursachen zu erhalten. Weiterhin sollte ein Vergleich der Ergebnisse mit jenen der Humanmedizin erfolgen, um speziesspezifische Unterschiede zu dokumentieren. Da die MHC II-Antigene eine zentrale Rolle in der Immunantwort spielen und ihre Expression als ein wesentlicher Indikator für das Vorhandensein von bestimmten Entzündungstypen betrachtet werden kann, scheinen sie besonders geeignet zur Etablierung eines erweiterten Untersuchungsverfahrens. 2. Die Literaturübersicht erläutert den Haupthistokompatibilitätskomplex (MHC) unter besonderer Berücksichtigung der MHC II-Antigene und der Mechanismen der Antigenpräsentation. Im Weiteren werden die Besonderheiten des MHC bei Hunden und Katzen sowie die einzelnen Komponenten des Immunsystems der Haut unter besonderer Berücksichtigung der MHC II-Moleküle dargestellt. Schließlich gibt das erste Kapitel einen Überblick über den Stand der Forschung bezüglich der MHC II-Expression bei Dermatitiden von Menschen, Hunden und Katzen. 3. Die eigenen Untersuchungen erfolgten überwiegend an Hautbiopsien von insgesamt 169 Hunden und 94 Katzen aus derRoutinediagnostik des Institutes für Veterinär-Pathologie der Justus-Liebig-Universität Gießen aus den Jahren 2003 bis 2006. Die histopathologische Untersuchung zur Charakterisierung der Entzündung erfolgte immer an HE-gefärbten sowie an Perjodsäure-Schiff (PAS) gefärbten Schnitten. Die histopathologische Beurteilung und Einordnung der Biopsien in Gruppen erfolgte nach der "pattern analysis". Der Nachweis von MHC II-Molekülen geschah mittels immunhistologischer Methoden. 4. Die immunhistologische Untersuchung der Hautbiopsien bei Hunden und Katzen ergab in allen Fällen eine MHC II-Expression auf den Langerhans Zellen der Epidermis, auf dermalen dendritischen Zellen, Makrophagen und Lymphozyten. Die Plasmazellen zeigten in vielen, jedoch nicht in allen Biopsien eine positive Markierung. Ein Zusammenhang zwischen der MHC II-Expression auf Plasmazellen und einer bestimmten Hautveränderung ließ sich nicht feststellen. Neben den Zellen des Immunsystems wiesen auch Keratinozyten und Endothelzellen in verschiedenen Fällen eine MHC II-Expression auf. Ein auffälliges Merkmal bezüglich der MHC II-Expression auf Keratinozyten war, dass entweder epidermale und follikuläre Epithelzellen positiv reagierten (insbesondere bei Vorliegen einer Interface Dermatitis), oder ausschließlich epidermale Keratinozyten (bei verschiedenen Entzündungen, in welche die Epidermis einbezogen war) oder follikuläre Keratinozyten (vor allem im Falle von Follikulitiden bei Hunden und Katzen und eosinophilen Granulomen bei Katzen) eine Expression zeigten. Bei den Follikulitiden, welche durch eine MHC II-Expression auf follikulären Keratinozyten auffielen, handelte es sich vor allem um Interface Follikulitiden, denen ursächlich eine Infektion mit Demodexmilben oder Dermatophyten zugrunde lag. Endothelzellen waren in zahlreichen Hautproben mit verschiedenen Entzündungen und teilweise auch in Proben der Kontrolltruppe markiert. Dabei wurde MHC II auf Endothelzellen von Venen und Arterien, in verschiedenen Gefäßplexus sowie auf aktivierten und nicht aktivierten Zellen beobachtet. 5. In Biopsien der Katze erfolgte der Nachweis von MHC II-Molekülen mit zwei verschiedenen Antikörpern, einem katzenspezifischen und einem kreuzreagierenden gegen humane MHC II-Moleküle. Mit dem kreuzreagierenden Antikörper konnte in allen Biopsien MHC II detektiert werden, während dies mit dem katzenspezifischen Antikörper in einigen Fällen nicht möglich war. 6. MHC II-positive Keratinozyten konnten insbesondere in Biopsien mit lymphozytenreichen Entzündungen nachgewiesen werden. Dabei handelte es sich zum großen Teil um Interface Dermatitiden und murale Interface Follikulitiden. Da Interferon gamma (IFN gamma) die MHC II-Expression in verschiedenen Zellen steigert, kann vermutet werden, dass die infiltrierenden Lymphozyten IFN gamma produzieren und so die MHC II-Expression auf Keratinozyten bedingen. Möglicherweise kann die MHC II-Expression auf Keratinozyten zur Aufrechterhaltung einer solchen Entzündung beitragen.

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Erstpublikation in

Vet. Immunol. Immunopathol. 118 (2007), 210-220

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