Cephalometrische Untersuchungen bei Kindern mit Scaphocephalus

Lade...
Vorschaubild

Datum

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Die Scaphocephalie ist die häufigste Form der Craniosynostosen, die mit einer Inzidenz von 1:5000 mit einem Verhältnis von Jungen zu Mädchen von 4:1 vorkommt 38, 49. Es handelt sich bei dieser Malformation um eine praemature Synostose der Sagittalnaht, die morphologisch zu einer dolichocephalen Schädelform, einem sogenannten Kahnschädel führt. Im Rahmen eines überregionalen Registers für Craniosynostosen wurden von 1996 bis 2001 die Daten von annähernd 200 Kindern zusammengetragen. Darunter waren 33 Kinder mit Scaphocephalus, deren Parameter im Rahmen dieser Arbeit ausgewertet wurden. Standardisierte Dokumentationsbögen enthalten neben klinischen und diagnostischen Angaben anthropometrische Messwerte des Schädels. Dies sind die Schädellänge und breite mit dem dazugehörigen Cephalic Index (Breite versus Länge), die Schädelbasislänge und breite mit dem dazugehörigen Cephalic Base Index sowie die transversale, sagittale und maximale Circumferenz. Die Messungen wurden praeoperativ, 6 Wochen postoperativ, 6 Monate und 12 Monate postoperativ durchgeführt. Weitere Messungen erfolgten jährlich. Die Operationsmethode war bei allen Patienten identisch. Dabei wurde eine Streifenresektion im Bereich der betroffenen Sagittalnaht neben Streifenresektionen beidseits direkt hinter der Koronarnaht und schließlich anterior der Lambdanaht durchgeführt. Die Auswertung der anthropometrischen Daten erfolgte, in dem zunächst alle Patienten nach dem Zeitpunkt der Operation in drei Altersgruppen eingeteilt wurden (3-6, 6-9 und über 9 Monate). Im Folgenden wurden für die drei Gruppen getrennt die Mittelwerte der jeweiligen Parameter im Zeitverlauf dargestellt und verglichen.Dabei ergaben sich folgende Resultate. Die Schädellänge kann durch eine operative Intervention umso besser korrigiert werden, je jünger die Patienten zum Zeitpunkt der Operation sind. Bei Kindern über 10 Monaten lässt sich diese Größe nur noch unwesentlich verbessern. Die Schädelbreite kann in allen drei Altersgruppen deutlich vergrößert werden und damit auch der Cephalic Index als Verhältnis Breite zu Länge. Schädelbasisbreite und länge sowie der dazugehörige Cephalic Base Index bleiben durch die chirurgische Korrektur weitgehend unbeeinflusst, liegen jedoch bei diesem Krankheitsbild praeoperativ bereits größtenteils im Normbereich. Die transversale Circumferenz wird durch einen deutlichen Gewinn an Schädelbreite erhöht, die sagittale Circumferenz durch eine geringfügige Längenreduktion etwas vermindert. Dies geschieht in allen drei Altersgruppen annähernd gleich. Die maximale Circumferenz ändert sich in den Altersgruppen 1 und 2 kaum, erhöht sich lediglich bei Kindern, die zum Zeitpunkt der Operation älter als 9 Monate waren. Dies ist wahrscheinlich dadurch zu erklären, dass bei älteren Kindern durch zunehmende Knochenrigidität keine Veränderung der Schädellänge mehr zu erreichen ist und lediglich eine leichte Verbreiterung des Schädels zu erzielen ist. Die Schlußfolgerung daraus lautet, dass sich mit der angewandten Operationsmethode gute Sofort- und auch Langzeitergebnisse erzielen lassen, was eine Normalisierung der Schädelform und das weitere Wachstum betrifft. Der optimale Operationszeitpunkt liegt nach diesen Ergebnissen bei 3-6 Monaten, danach ist durch zunehmende knöcherne Rigidität eine Modellation der verbleibenden Schädelknochen nicht mehr optimal möglich. Dies gilt insbesondere für Patienten, die zum Zeitpunkt der Intervention bereits 9 Monate alt, bzw. älter sind.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Erstpublikation in

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform