Beitrag zur Klärung der Marek-Herpesvirus-Ätiologie einer mit Allgemeinsymptomen und Tumoren einhergehenden Krankheit von Mastputen mittels klinischer, pathologischer, histologischer, virologischer, serologischer und molekularbiologischer (PCR) Methoden
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Zusammenfassung
Die Mareksche Krankheit (MK) ist eine durch ein hochkontagiöses und onkogenes Herpesvirus verursachte lymphoproliferative Krankheit, deren natürlicher Wirt das Huhn ist. Puten galten lange Zeit als krankheitsresistent gegen eine natürliche Infektion mit dem Virus der Marekschen Krankheit (MKV). Dies änderte sich durch Berichte über Feldinfektionen mit MKV bei Puten in Frankreich, Israel, Polen, Schottland und Italien, bei denen Puten die akute, tumoröse Form der MK entwickelten.Hier wird von 5 Betrieben in Deutschland, bei welchen die Mareksche Krankheit bei Mastputen aufgetreten ist, berichtet. Erste Krankheitssymptome traten zwischen der 5. und 10. Lebenswoche auf. Es starben 10 bis 58% der Mastputen während der gesamten Haltungsperiode von 5-6 Monaten. Das klinische Bild war häufig unspezifisch, die Tiere waren im Wachstum zurückgeblieben, blaß, apathisch, hatten Durchfall und waren teilweise lahm oder gelähmt. Es wurden bei einzelnen Tieren Hauttumoren beobachtet.Bei der pathologisch-anatomischen Untersuchung konnten sowohl solide Tumoren unterschiedlicher Größe als auch diffuse Infiltrationen des Parenchyms v.a. in Leber, Milz und Nieren beobachtet werden. Auch betroffen waren Magen-Darm-Trakt, Schilddrüsen, periphere Nerven, Thymus, Haut, Serosen, Muskulatur, Pankreas, Knochenmark, Nebennieren und Zäkaltonsillen.Histologisch fanden sich fokale oder diffuse Infiltrationen des Organparenchyms mit pleomorphen, mononukleären Zellen.Serologische Untersuchungen mittels AGPT und ELISA konnten keinen Hinweis auf das Vorliegen von Antikörpern gegen das Retikuloendotheliosevirus (REV), das lymphatische Leukosevirus (LLV) oder MKV geben.Bei den virologischen Untersuchungen konnte nur Puten-Herpesvirus (PHV) isoliert werden, das als apathogen für Puten gilt.Unter Verwendung der PCR gelang der Nachweis von MKV-DNA in Leber-, Milz-, Nieren-, Lungen-, Herz-, Thymus-, Pankreas und Schilddrüsengewebe und Blutzellen (Leukozyten und Gesamtblut) von erkrankten Puten. Die dabei verwendeten Primer flankieren die 132-bp repeat region, eine Sequenz die für MKV Serotyp 1 spezifisch ist und bei nichtattenuierten Stämmen ein- bis dreimal vorliegt. Die Proben von den Betrieben A, B, C und E erbrachten Amplifikationsprodukte von 317 bp (2 Kopien) und die Proben von Betrieb D erbrachten Amplifikate in einer Größe von 449 bp (3 Kopien).Bei der PCR zum Nachweis von REV bzw. der lymphoproliferativen Krankheit der Puten (LPDV) erbrachte nur die DNA der Positivkontrollen Amplifikate der erwarteten Größen. In den Proben der erkrankten Puten konnten keine REV- oder LPDV -spezifischen Sequenzen nachgewiesen werden.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen: http://www.dvg.net/ DVG Service, 2003
