In dieser Arbeit wurden die zwei traditionellen Implantatabformtechniken Pick-up- und Repositionstechnik unter Anwendung von drei Abformmaterialien Impregum Penta, EXA´lence und Express2 Penta überprüft. Zu diesem Zweck wurde ein Urmodell von einer Dublierabformung des teilbezahnten Oberkiefers eines Patienten aus Arcyl Ortho von Henry Schein Dental (Langen) hergestellt. Dabei wurden drei Implantate der Firma Xive regio 14, 18, 26 im Wechsel mit drei Implantaten der Firma Ankylos regio 16, 24, 28 gegenüberge-stellt. Bei konstanter Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent und einer Raumtemperatur von 23 Grad Celsius als Rahmenbedingungen wurden alle Abformserien im Labor durchgeführt. Die Abformungen geschahen nach Herstellerangaben und wurden mit Superhartgips von GC ausgegossen. Vor dem Vermessen der Implantatposition wurde jedes Gipsmodell für acht Tage im Laborraum gelagert. Die Messung der Änderung einer Implantatposition auf den Gipsmodellen wurde mit einer CNC-gesteuerten Koordinatenmessmaschine RAPID von THOME ermittelt, wobei die Wiederholgenauigkeit 0,3 my betrug. Um die Vermessung der Neigung und Rotationsänderung einer Implantatachse auf die Gipsmodelle sowie die Ände-rung der Abstände zwischen den Implantaten zu ermöglichen, wurde auf allen Implantaten Messaufbauten in Form eines Edelstahlquaders mit den Maßen 8 x 8 x 8 Millimeter ange-bracht. Diese sechs nummerierten Messaufbauten wurden vor dem Messen mittels einer Halteschraube auf die Implantate eingeschraubt. Die Messwerte wurden mit dem SPSS-Statistikprogramm (Version 15.0) ausgewertet. In Bezug auf die Neigungsänderung einer Implantatachse und die 3-D-Verschiebung des Implantatsmittelpunkts wurde bei der Pick-up-Technik eine genauere Implantatabformung erzielt. Hinsichtlich der Rotationsänderung einer Implantatachse zeigte diese Studie keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Abformtechniken. Allgemein besitzt eine Abformtechnik einen größeren Effekt auf die Genauigkeit einer Implantatabformung als die Abformmaterialien selbst. Sowohl A-Silikon als auch Polyether sollten bei der Implantatabformung die erste Wahl sein. Im Gegensatz zur Abformung natürlicher Zähne konnte die Doppelmischabformung bei Implantaten die Ge-nauigkeit der Implantatabformung nicht verbessern, wenn das Implantat äquigingival liegt.
Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen