E-Learning spielt im Rahmen der Hochschullehre eine zunehmend bedeutendere Rolle. Ziel der vorliegenden Dissertation war es deshalb zu untersuchen, inwieweit Akzeptanz und Lernwirksamkeit von E-Learning-Anwendungen für das Studium gefördert werden können. Um dies zu untersuchen, wurden im Rahmen der ersten Studie die Lernwirksamkeit und Akzeptanz der beiden prominentesten E-Learning-Methoden E-Lecture und Web-based Training (WBT) im Vergleich zur traditionellen Präsenzvorlesung evaluiert. Für die zweite Studie wurden Web-based Trainings hinsichtlich verschiedener lernförderlicher Gestaltungsmerkmale nach dem ARCS-Modell von Keller (2010) variiert und vergleichend evaluiert. Bei beiden Studien handelt es sich um umfangreiche Felduntersuchungen, an denen insgesamt etwa 2500 Studierende teilnahmen. Außerdem folgten beide Untersuchungen einem Versuchsplan mit Messwiederholung. Dies ermöglichte jeweils mehrere Replikationen sowie inhalts-, person- und materialinvariante Vergleiche. Die Arbeit mit einer großen studentischen Zielgruppe im Kontext regulärer Lehrveranstaltungen stellt darüber hinaus eine hohe ökologische Validität der Ergebnisse sicher. Die Ergebnisse aus beiden Studien sprechen für eine gute Lernwirksamkeit und Akzeptanz der eingesetzten Lehrmethoden. Alle Lehrmethoden können folglich zukünftig mit gutem Gewissen in der Lehre eingesetzt werden. Wenn signifikante Unterschiede hinsichtlich der Lernwirksamkeit und Akzeptanz auftraten, fielen diese im Vergleich zwischen E-Learning und Präsenzlehre zumeist zugunsten der E-Learning-Anwendungen aus. Im Vergleich zwischen E-Lectures und WBTs schnitten die Web-based Trainings in vielen Bereichen signifikant besser ab. Es zeigte sich, dass die Studierenden die Stärken der zur Verfügung gestellten Lehrmethoden und materialien gut einschätzen können. Sie setzten sie je nach Lernziel unterschiedlich ein bzw. wünschten sie sich für unterschiedliche Zwecke. Je nach Lernziel sollte in der Hochschullehre folglich die jeweils geeignetste Methode ausgewählt werden. Dabei wünschten sich die Studierenden eine Fortsetzung der traditionellen Vorlesung und zusätzlich eine Unterstützung durch E Learning-Maßnahmen. Dies spricht für ein Blended Learning-Konzept in der Hochschullehre, in dem Vorteile von Präsenzlehre und E Learning miteinander kombiniert werden. Im Hinblick auf die Frage, was bei der Erstellung von lernförderlichen und gut akzeptierten E-Learning-Anwendungen beachtet werden muss, sprechen die Ergebnisse von Studie II für den Einsatz des ARCS-Modells (Keller, 2010). Auf jeden Fall ist es sinnvoll, die Komponenten Erfolgszuversicht und Zufriedenheit umzusetzen. Die Komponente Relevanz sollte immer dann zum Einsatz kommen, wenn sich Übertragbarkeit und praktische Anwendbarkeit nicht direkt aus den Inhalten heraus ergeben. Die Komponente Aufmerksamkeit erwies sich als die am wenigsten einflussreiche Komponente und kann in vielen Lernsituationen getrost vernachlässigt werden.
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