Mikrobielle Besiedlung verschiedener Hand-Zahnbürsten während Multibracketbehandlung

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Zielsetzung dieser Arbeit war es, zwei Handzahnbürsten, die sich in ihrem Borstendesign unterscheiden (konisch vs. zylindrisch), hinsichtlich der Retention kariesassoziierter Mikroorganismen auf dem Bürstenkopf bei Probanden mit und ohne Multibracketapparatur (MB) zu vergleichen. Als Nullhypothese wurde angenommen, dass kein mikrobiologischer Unterschied zwischen den beiden Zahnbürstentypen besteht.Jeweils 50 Patienten mit MB und 50 Studenten ohne MB nahmen an der einfach-verblindeten klinischen Untersuchung teil. Nach schriftlichem Einverständnis fand die Randomisierung und Pseudonymisierung der Probanden statt, wobei eine Einteilung in vier Gruppen (MBe, MBm, nMBe, nMBm) die Unterscheidung der Teilnehmer bezüglich des Zahnbürstentyps und dem Vorliegen einer MB-Apparatur erlaubte. Es folgte eine 14-tägige Putzphase, in der die Teilnehmer die ihnen zugewiesene Zahnbürste (elmex® oder meridol®) mit einer einheitlich ausgehändigten Zahnpasta zweimal täglich, morgens und abends, für je drei Minuten zum regulären Zähneputzen verwendeten. Zur anschließenden Keimisolation wurden die Köpfe, der zuvor in verschlossenen Kunststoffbeuteln zurückerhaltenen Bürsten, in 10ml Sputasol-Lösung unter Ultraschalleinwirkung ausgewaschen. Nach dem Zentrifugieren von 1ml der Lösung wurden 800µl Überstand verworfen und die verbliebenen 200µl resuspendiert. Auf Selektivmedien wurden je 20µl der konzentrierten Keimsuspension zur Anzucht von Streptokokkus mutans, Laktobazillen und Candida ausplattiert. Im Anschluss an die dreitägige Inkubation wurden die koloniebildenden Einheiten (KBE) gezählt und auf die Keimmenge pro Bürstenkopf umgerechnet. Anhand eines Fragebogens äußerten sich die Probanden mittels visueller Analogskalen zu subjektiv empfundener Blutungsneigung, Reinigungsvermögen und Schmerzempfinden in Bezug auf die verwendete Zahnbürste.Es stellte sich heraus, dass von 87 analysierten Bürstenköpfen 84% eine Kolonisation mit S. mutans aufwiesen; dabei bestand kein nennenswerter Unterschied zwischen den Zahnbürstenarten. Hingegen waren bei Teilnehmern mit MB-Apparatur, unabhängig vom Bürstentyp, signifikant höhere Keimzahlen zu verzeichnen. Die Besiedlung mit Laktobazillen konnte bei 5%, die Retention von Candida bei keiner der Zahnbürsten festgestellt werden. Probanden mit MB äußerten eine stärkere Blutungsneigung während des Zähneputzens als Probanden ohne MB, die jedoch nicht von einer bestimmten Bürste abhängig war. Schmerz- und Reinigungsempfinden konnten weder mit einer festsitzenden kieferorthopädischen Apparatur noch mit einem Borstendesign in Verbindung gebracht werden. Anhand rasterelektronenmikroskopischer Aufnahmen wurde die Morphologie zweier Bürstenköpfe sowohl im neuen als auch im gebrauchten Zustand dargestellt. Dabei bestätigte sich ein deutlicher Unterschied in der Borstenend-bearbeitung. Insbesondere die konischen Filamente wiesen nach Gebrauch vermehrt Abknickungen der Borstenspitzen auf.Als Fazit lässt sich feststellen, dass Patienten während der Behandlung mit Multibracketapparaturen eine deutlich höhere mikrobielle Kontamination der Zahnbürstenköpfe mit S. mutans zeigen als Probanden ohne Apparatur. Die Form der Filamente scheint damit nicht in Zusammenhang zu stehen. Abhängig von der individuellen Situation kann daher ein häufigerer Austausch der Zahnbürste im Rahmen der kieferorthopädischen Therapie ratsam erscheinen.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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