Der Receptor for Advanced Glycation Endproducts (RAGE) und seine Liganden in der systemischen Entzündungsreaktion nach Polytrauma

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Verletzungen zählen in Deutschland zu den fünf häufigsten Todesursachen und stellen eine globale Herausforderung an die moderne Medizin. Neben der eigentlichen Verletzung nimmt gerade im Kontext schwerer Mehrfachverletzungen die resultierende Immunreaktion eine wichtige Rolle in der Pathophysiologie ein. Die Aktivierung erfolgt dabei auch in Abwesenheit von pathogenen Mikroorganismen durch die Freisetzung von Damage-associated molecular patterns (DAMPs). Diese endogenen Signalmoleküle werden von Zellen des Körpers freigesetzt und alarmieren das Immunsystem mit dem Ziel, den Schaden zu begrenzen und eine weitere Schädigung zu verhindern. Die Aktivierung des Immunsystems durch die DAMPs erfolgt über eine Reihe von Mustererkennungsrezeptoren, zu denen auch der Receptor for Advanced Glycation Endproducts (RAGE) gehört. Als Multiligandenrezeptor ist er in der Lage, eine Vielzahl verschiedener Moleküle zu binden und löst in Folge distinkte zelluläre Reaktionen aus. Ziel der vorliegenden Arbeit war die Untersuchung, in wie weit RAGE und seine Liganden in der immunologischen Pathophysiologie von Patienten nach Polytrauma eine Rolle spielen.Eine im Rahmen dieser Arbeit durchgeführte retrospektive Studie an Biobankproben polytraumatisierter Patienten zeigt, dass es unmittelbar nach Trauma in Folge des stattfindenden Systemic Inflammatory Response Syndrome (SIRS) zu einer transienten Entstehung der löslichen Isoformen von RAGE im Plasma der Patienten kommt. In einer prospektiven Beobachtungsstudie konnte zudem nachgewiesen werden, dass die sekundäre Phase der Immunsuppression nach Trauma, die zu einer Suszeptibilität der Patienten für Infektionen führt, sowohl mit dem Absinken von monozytärem RAGE als auch mit einem drastischen Anstieg von bekannten RAGELiganden aus der Gruppe der Calgranuline (S100A8, S100A12) und der Advanced Glycation Endproducts (AGE) einhergeht. Letztere entstehen vermehrt in Situationen mit hohem oxidativen Stress durch die nicht-enzymatische Glykierung von Proteinen und Lipiden. Im Zellkultursystem konnte schließlich nachgewiesen werden, dass diese metabolischen Liganden die Induktion einer Selbst- und Kreuztoleranz in Monozyten bewirken der metabolic immune tolerance. Dieses Phänomen ähnelt der altbekannten Endotoxintoleranz und leistet potentiell einen wesentlichen Beitrag zur Trauma-induzierten Immunsuppression.Die AGE-RAGE-Achse repräsentiert somit einen neuen Ansatzpunkt zur prophylaktischen Therapie der komplikationsträchtigen Immundysfunktion nach schwerer Traumatisierung.

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