Die Coil-Embolisation des großen Persistierenden Ductus Arteriosus beim Hund mit einem Doppel-Helix Coil : Vergleich zweier thrombogener Materialien

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In die prospektive Studie wurden 20 Hunde mit einem großen Persistierenden Ductus arteriosus (> 4,0 mm) aufgenommen. Aus einem 0,052 Inch Spiraldraht wurde ein Doppel-Helix Coil mit etwa quadratischer Dimension (10, 11, 12, 14, 16 mm) geschaffen und mit einem Ablösesystem versehen. Als thrombogene Materialien wurden SIS (Small Intestine Submucosa) oder Polyester-Fasern an dem Coil fixiert. Die ersten 10 Hunde erhielten je einen SIS- und die zweiten 10 Tiere je einen Polyester-Coil. Die Implantation erfolgte transvenös von der Vena femoralis ausgehend. Die Kurzzeitkontrollen und Langzeitkontrollen bis zu einem Jahr umfassten den angiographischen Shunt-Grad, verschiedene hämodynamische Parameter (Shunt-Quotient, Blutdruck, Herzfrequenz) sowie den Doppler-Echokardiographischen Shunt-Grad und echokardiographische Parameter der Volumenbelastung bzw. der systolischen Funktion. Die 20 Hunde hatten ein medianes Alter von 11,65 Monaten (Bereich 3,2 99,2) und ein medianes Gewicht von 24,0 kg (Bereich 6,0 36,0). 15/20 Tieren (75%) litten vor dem Eingriff an einer kongestiven Herzinsuffizienz und 15% zusätzlich an Vorhofflimmern. Die Mehrzahl der Hunde (n=16) hatte eine PDA Typ E (lang konisch). Ein Hund zeigte einen konischen PDA Typ A und 3 Hunde einen PDA mit mehr als einer Engstelle (Typ D). Die pulmonale Engstelle hatte einen Mittelwert von 5,68 ± 0,55 mm. Ein Hund verstarb während der Implantation aufgrund von Rhythmusstörungen induziert durch die gerade Schleuse. Bei den restlichen Hunden war die Implantation des Doppel-Helix- Coils erfolgreich. Schwerwiegende Komplikationen wie Coil-Dislokation oder Protrusion sowie schwere Hämolyse wurden nicht beobachtet. Zum Vergleich der beiden thrombogenen Materialien wurden die Typ D Hunde aufgrund ihres signifikant unterschiedlichen Shunt-Quotienten ausgeschlossen. Die Ausgangswerte des minimalen Durchmessers und des Shunt-Quotienten waren danach zwischen der SIS- (n=10) und der Polyester-Gruppe (n=7) nicht signifikant unterschiedlich. Im Rahmen der Kurzzeituntersuchungen zeigte sich ein besserer Verschluß durch den Polyester-Coil (Angiographischer Shunt, Shunt-Quotient, Echokardiographischer Shunt), allerdings ohne signifikanten Einfluß auf die linksventrikuläre Volumenreduktion gemessen an echokardiographischen Parametern (Maximale Flussgeschwindigkeit in der Aorta, Index des diastolischen linksventrikulären Durchmessers). In den Langzeituntersuchungen verstarb ein Hund aus der SIS-Gruppe aufgrund fortschreitender Herzinsuffizienz, ein weiterer aufgrund einer anderen Erkrankung und ein Hund wurde nicht weiter untersucht. Die angiographische Rest-Shunt-Rate unmittelbar nach Implantation bzw. die Doppler- echokardiographische Restshuntrate nach 3 bzw. 12 Monaten betrug bei den konischen Ductus mit langer oder kurzer Ampulle für die SIS-Coils 100%, 67%, 83% und für die Polyester-Coils 86%, 57%, 29%. Dies zeigt Vorteile für das Polyester. Beim Vergleich der SIS-Gruppe (n=6) mit der Polyester-Gruppe (n=7) zeigte sich eine signifikante Abnahme der diastolischen linksventrikulären Größe über die Zeit, aber kein signifikanter Einfluß des thrombogenen Materials auf den Verlauf. Nach 12 Monaten zeigte die Mehrzahl (67% bzw. 71%) der Hunde keine oder nur noch eine geringe Vergrößerung des diastolischen Ventrikeldurchmessers und alle Hunde mit Ausnahme eines Hundes mit persistierendem Vorhofflimmern waren frei von klinischen Symptomen der Herzinsuffizienz. Bei den drei Hunden mit einem Ductus mit mehreren Engstellen wurde erfolgreich ein Polyester-Coil eingesetzt. Trotz des im Vergleich zu anderen Hunden relativ geringen Shunt-Quotienten zeigt keiner der Hunde nach 12 Monaten einen vollständigen Verschluß. Die hohe Stabilität des Doppel-Helix Coils sowie der Ablösemechanismus führen zu einer sicheren Implantation dieses Systems und zu einer Volumenentlastung des Herzens. Die Verschlussraten müssen durch weitere Modifikation der Form und / oder der Thrombogenität des Coils noch verbessert werden.

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler 2008

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