Fluoreszierende Metaboliten im Tryptophanstoffwechsel von M. furfur

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M. furfur synthetisiert tryptophanabhängig ein braunes Pigment ( Rohextrakt ), das aus einer Vielzahl von Pigmenten und Fluorochromen besteht. Zur näheren Charakterisierung der fluoreszierenden Substanzen wurde M. furfur 14 Tage auf einem tryptophanhaltigen Medium bei 32° C inkubiert und das gebildete Pigment aus dem Nährboden extrahiert. Der Rohextrakt wurde über Säulenchromatographie, Dünnschichtchromatographie und HPLC aufgereinigt. Es konnte ein erstes Fluorochrom isoliert und über Massenspektroskopie strukturell aufgeklärt werden. Pityrialacton (C20H12N2O3) ist eine in der Natur bisher nicht beschriebene Substanz. Es besteht aus zwei über einen Fünfring mit einer Lactoneinheit verbundenen Indolgruppen und fluoresziert in Lösung gelbgrün. Interessanterweise hat Pityrialacton im Fluoreszenzspektrum in wässriger Lösung ein Anregungsmaximum von 366 nm. Die gelbgrün fluoreszierende Substanz stellt damit einen Erklärungsansatz für die Fluoreszenzerscheinungen der Pityriasis versicolor im Wood-Licht (366 nm) dar. Dabei könnten sich die in der Literatur beschriebenen Farbunterschiede der fluoreszierenden Hautläsionen entsprechend den Farbvariationen des Pityrialacton in wässrigem (gelblich) oder lipophilerem Milieu (bläulich) aus einem individuell unterschiedlichen Hautmilieu (abhängig von der Schweiß- bzw. Talgproduktion) ergeben. Weiterhin kann durch die Bildung von UV-schützenden Substanzen die verminderte Sonnenbrandneigung in den depigmentierten Arealen bei der Pityriasis versicolor alba erklärt werden. Die Beteiligung der fluoreszierenden Bestandteile des Rohextraktes an dieser Wirkung konnte in einem Hefemodell nachgewiesen werden und findet im Charakter der Fluoreszenz, nämlich der Abgabe von absorbierter Energie in Form von Licht mit einem kleinen Wärmeanteil ihr Korrelat. Ferner sind auch andere nicht fluoreszierende Substanzen wie das Pityriacitrin an der Lichtschutzwirkung beteiligt. Außer dem gelbgrün fluoreszierenden Pityrialacton konnte orangefarbene Pityriaanhydrid (C20H12N2O3) aus dem Rohextrakt isoliert werden. Pityriaanhydrid imponiert rot-orange und ist ein Strukturisomer von Pityrialacton. Auch Pityriaanhydrid wurde bisher nicht als Naturstoff beschrieben, tritt aber als Zwischenstufe bei der Synthese von einer Gruppe von Proteinkinase C-Inhibitoren, den Bisindolylmaleimiden, auf. Durch die Identifizierung der ersten Substanzen aus dem Rohextrakt konnten Erklärungsansätze für verschiedene klinische Phänomene der Pityriasis versicolor geschaffen werden. Weitere Untersuchungen könnten dazu beitragen, neue Erkenntnisse über Stoffwechselprozesse bei M. furfur und die Pathogenese der Pityriasis versicolor zu gewinnen.

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