Studien zeigen, dass Ärztinnen und Ärzte in steigendem Maße an den Folgen ihrer beruflichen Tätigkeit leiden, die sowohl ihre psychische, als auch physische Gesundheit betreffen. Es wird diskutiert, ob die Sozialisation zum Arzt mit allen dazugehörigen beruflichen Beeinträchtigungen bereits in der Ausbildung beginnt. Ziel dieser Studie war es, mit einem neu entwickelten Untersuchungsinstrument erstmals die drei Faktoren Gesundheitsförderung, Lebensqualität und Stressbewältigung von Medizinstudierenden im dritten klinischen Semester (7. Fachsemester) zu erörtern, wobei die gesundheitsbezogene Lebensqualität zur inhaltlichen Einordnung der Ergebnisse herangezogen wurde (SF-36). Die Erkenntnisse können als Fundament dienen, nachhaltige Verbesserung in den Studienbedingungen zu initiieren, um dadurch eine Verbesserung der medizinischen Ausbildung und letztendlich medizinischen Versorgung zu erreichen.N=228 Medizinstudierende im 3. klinischen Semester wurden bezüglich ihres Gesundheitsverhaltens mit dem Fragebogen Gesundheitsförderung, Lebensqualität und Stressbewältigung im Medizinstudium (Jurkat, 2004) explorativ untersucht. Zur Einordnung der Ergebnisse wurde die gesundheitsbezogene Lebensqualität mit dem SF-36 (Bullinger & Kirchberger, 1998) erfasst. Beide Untersuchungsinstrumente zeigten u. a. Beeinträchtigungen im psychischen Bereich, die sich konkret durch hohen Zeitdruck und Arbeitsanfall sowie nur eingeschränkter Erholungsfähigkeit erklären lassen. Hervorzuheben ist, dass die Gesundheit der Medizinstudentinnen/Studenten durch ihren Lebensstil gefördert wird, sofern mehr Zeit zur Erholung und ausreichend Zeit zum Schlafen bleibt, Spannungsbewältigung durch Gespräche mit Freunden und/oder Familie geschieht sowie Entspannungsverfahren genutzt werden.Hilfestellungen für die Medizinstudierenden bei der Stressbewältigung, in Form von Stressmanagementkursen (wie z.B. das Praxisprojekt zur Stressbewältigung im Medizinstudium von Priv.-Doz. Dr. Jurkat an der Justus-Liebig-Universität Gießen) erscheinen notwendig. Ferner sollten Stressoren im Arztberuf im Sinne der Primär- und Sekundärprophylaxe auch verstärkt in der Ausbildung von Medizinern thematisiert werden, um langfristig eine höhere Lebensqualität von Studierenden und zukünftigen Ärztinnen und Ärzten zu erreichen.
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