Störungen des Arbeitsgedächtnisses als exekutive Funktion bei Patienten mit einer obstruktiven Schlafapnoe am Beispiel von N-back-Aufgaben
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Zusammenfassung
In den letzten Jahren wird zunehmend die Bedeutung exekutiver Funktionseinschränkungen bei Patienten mit einer obstruktiven Schlafapnoe diskutiert und mit Dysfunktionen im Bereich des präfrontalen Kortex in Beziehung gesetzt. Bei der Untersuchung exekutiver Funktionen werden häufig Testverfahren verwendet, die zusätzlich eine Reihe anderer, basaler kognitiver Funktionen beanspruchen und keine getrennte Beurteilung der einzelnen, an der Aufgabenlösung beteiligten Subfunktionen erlauben. Wenn bereits basale kognitive Teilprozesse Funktionseinschränkungen aufweisen, könnten jedoch dadurch Defizite im Bereich exekutiver Funktionen vorgetäuscht oder beeinflusst werden. In dieser Arbeit soll untersucht werden, ob OSAS Patienten Defizite in exekutiven Funktionen aufweisen und ob diese durch Defizite in basalen kognitiven Subfunktionen oder durch den Grad der Tagesmüdigkeit beeinflusst werden. Es wurden 20 OSAS Patienten und 10 nach Alter, Geschlecht und Ausbildungsstand vergleichbare gesunde Personen untersucht. Hierbei wurden Arbeitsgedächtnisleistungen als Teilbereich exekutiver Funktionen durch die Verwendung von N-back-Aufgaben (1-back, 2-back) gemessen, die in ein Reaktionszeitzerlegungs-Paradigma nach dem traditionellen Ansatz von Donders (1868) integriert und an vier verschiedenen Tageszeitpunkten bearbeitet wurden, jeweils begleitet von Messungen der objektiven und subjektivenTagesmüdigkeit. Die Patienten bearbeiteten alle Aufgaben langsamer als dieKontrollpersonen, ohne dass die Einführung exekutiver Leistungen zu einemüberproportionalen Anstieg der Verarbeitungszeit führte, so dass eineVerlangsamung eines oder mehrerer basaler kognitiver Prozesse angenommenwerden kann. Bei Betrachtung der Fehlerrate in beiden Gruppen zeigten diePatienten am Vormittag eine höhere Fehlerrate als die Kontrollpersonen bei derBearbeitung der 1-back-Aufgaben, während am Nachmittag erst in der 2-back-Aufgabe ein Absinken der Akkuratheit in der Patientengruppe beobachtet werdenkonnte. Während die Defizite in den 1-back-Aufgaben am Vormittag ebenso wie dieVerlangsamung der Reaktionszeit in allen Aufgaben hoch mit dem Grad derTagesmüdigkeit korrelierten, waren die Defizite am Nachmittag in den 2-back-Aufgaben weder durch den Grad der Tagesmüdigkeit noch durch Defizite in basalenkognitiven Teilprozessen erklärbar. Dieses Ergebnis deutet auf Einschränkungen der Arbeitsgedächtnisleistung hin, die abhängig von der Höhe der Arbeitsgedächtnisbelastung und zirkadianen Leistungsschwankungen sind.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
