THEMA: Vergleich der Auswirkungen einer konventionellen omega-6-Lipidinfusion und einer Fischöl-basierten (omega-3) Lipidinfusion, die zur parenteralen Ernährung eingesetzt werden, auf die Neutrophilenfunktion, das Profil der Lipidmediatoren und der freien Fettsäuren im Plasma. STUDIENDESIGN: Offene, randomisierte Pilotstudie, die auf der internistischen Intensivstation eines Universitätsklinikums und in einem angeschlossenen Forschungslabor durchgeführt wurde. PATIENTEN UND KONTROLLPERSONEN: Zehn Patienten im septischen Schock und acht gesunde Kontrollpersonen. DURCHFÜHRUNG: Patienten (5 in jeder Gruppe), die eine parenterale Ernährung benötigten, erhielten entweder omega-3- oder omega-6-Lipidemulsionen intravenös über 10 Tage. ERGEBNISSE: Die Konzentration der freien Fettsäuren im Plasma war zu Studienbeginn in beiden Infusionsgruppen mehrfach erhöht, es wurden insbesondere hohe Konzentrationen der omega-6-Fettsäure Arachidonsäure (AA)gemessen. Die aus dem Blut der Sepsispatienten isolierten Neutrophilen zeigten ein deutlich reduziertes Antwortverhalten auf die ex-vivo Stimulation hinsichtlich Lipidmediatorbildung [Leukotriene (LT), PAF], respiratorischen Burst und Bildung von Inositolphosphaten. Unter der Gabe von omega-6-Lipidinfusionen konnte eine persistierende oder gesteigerte Veränderung in dem Plasmaprofil der freien Fettsäuren sowie Verminderung der Neutrophilenfunktionen dokumentiert werden. Im Gegensatz dazu konnte in der omega-3-Infusionsgruppe ein rascher Wechsel in dem Profil der freien Fettsäuren hin zu den omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure aufgezeigt werden. LTB(5), zusätzlich zu LTB(4), wurde von den aus dieser Patientengruppe isolierten und anschließend stimulierten Neutrophilen gebildet; es wurde eine signifikant verbesserte Neutrophilenfunktion in der omega-3-Studiengruppe gefunden. SCHLUSSFOLGERUNG: Omega-3- versus omega-6-Lipidemulsionen beeinflussen das Profil der freien Fettsäuren im Plasma unterschiedlich mit Auswirkung auf die Funktion der neutrophilen Granulozyten. Damit könnte eine Lipid-basierte parenterale Ernährung in septischen Patienten einen ausgeprägten Einfluss auf Immunkompetenz und Inflammation ausüben.
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