Klinische Evaluierung dreier oszillometrisch messender Blutdruckmonitore beim narkotisierten Hund

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Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, drei oszillometrische Blutdruckmessgeräte anhand der invasiven Blutdruckmessung zu evaluieren. Der Vergleich wurde an einer inhomogenen Patientengruppe aus 47 Hunden (26 verschieden Rassen und 7 Mischlingshunde, Alter zwischen 2 und 83 Monaten, Körpergewicht 4,2 bis 42,0 kg), die wegen eines interventionellen Herzkathetereingriff narkotisiert wurden, durchgeführt. Für diese Studie wurde der arterielle Blutdruck mittels flüssigkeitsgefüllten Kathetern an zwei verschiedenen Stellen des Gefäßbaumes gemessen: peripher in der Arterie dorsalis pedis sowie zentral in der Aorta descendens. Simultan zur zentralen Messung fand die oszillometrische Messung mit dem Memoprint-, dem Surgivet V6004 Monitor und dem Dinamap Plus Vital Signs Monitor statt. Die für die jeweilige Größe geeigneten Manschetten wurden oberhalb des linken Karpalgelenkes auf Herzhöhe angelegt. An jedem Hund wurden zu drei verschiedenen Zeitpunkten die Messungen vom systolischen, diastolischen und mittleren Blutdruck (SAD, DAD, MAD) durchgeführt. Die Mediane aus jeweils fünf invasiv und nicht-invasiv simultan erhobenen Messungen wurden mittels Korrelationsanalyse und in Bland-Altmann-Diagrammen miteinander verglichen. Die Drücke für alle drei Blutdruckwerte lagen im normo- bis hypotonen Bereich (SAD 64-155 mmHg; DAD 23-106 mmHg, MAD 38-121 mmHg). Im Vergleich der peripher invasiven mit der zentral invasiven Messung fiel eine gute Korrelation und geringe Differenz der Methoden für den DAD (r = 0,987, Differenz = 2,0 ± 3,3 mmHg) und MAD (r = 0,989, Differenz = 1,4 ± 2,7 mmHg) auf. Beim SAD dagegen war eine geringere Übereinstimmung feststellbar (r = 0,828, Differenz = -24,3 ± 17,7 mmHg), wobei die Überschätzung durch die periphere Messung mit höheren Werten signifikant zunahm. Mittels Memoprint Monitor konnte bei zwei Tieren keine vollständige Messreihe ermittelt werden. Für alle drei Blutdruckwerte ergab sich eine mäßige Korrelation zur zentral invasiven Messung mit deutlicher mittlerer Überschätzung und hoher Streuung (SAD r = 0,750, Differenz = -13,6 ± 17,7 mmHg; DAD r = 0,704, Differenz = -11,4 ± 13,4 mmHg; MAD r = 0,765, Differenz = -10,5 ± 12,1 mmHg). Beim MAD war diese Überschätzung unabhängig von der Höhe des Blutdruckes, beim SAD dagegen signifikant stärker bei hohen Werten und beim DAD signifikant stärker bei niedrigen Werten. Beim Dinamap Monitor zeigten sich für alle drei Blutdruckwerte gute Korrelationen zur zentral invasiven Messung mit relativ geringer mittlerer Abweichung und Streuung (SAD r = 0,903, Differenz = -0,6 ± 8,7 mmHg; DAD r = 0,946, Differenz = 7,2 ± 6,6 mmHg; MAD r = 0,939, Differenz = 3,1 ± 6,3 mmHg). Dabei war die Abweichung beim SAD und MAD unabhängig von der Höhe des jeweiligen Blutdruckes; die Unterschätzung des DAD durch den Dinamap Monitor war dagegen signifikant stärker ausgeprägt bei hohen Blutdruckwerten. Beim Surgivet Monitor zeigten sich ebenfalls für alle drei Blutdruckwerte gute Korrelationen zur zentral invasiven Messung mit relativ geringer mittlerer Abweichung und Streuung (SAD r = 0,895, Differenz = 1,6 ± 9,2 mmHg; DAD r = 0,936, Differenz = 5,9 ± 6,8 mmHg; MAD r = 0,939, Differenz = 2,4 ± 6,3 mmHg). Die leichte Unterschätzung war beim DAD und MAD unabhängig von der Höhe des jeweiligen Blutdruckes; beim SAD dagegen etwas stärker bei höheren Werten. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Memoprint Monitor zur Blutdruckmessung in Narkose bei Herzkreislaufpatienten nicht geeignet erscheint. Sowohl der humanmedizinische Dinamap Plus Vital Signs Monitor als auch der veterinärmedizinische Surgivet V6004 Monitor erfüllen die Guidelines der Association for the Advancement of Medical Instrumentation (AAMI) oder verpassen diese nur knapp. Beide Geräte können daher gut zur Blutdrucküberwachung beim Hund in Narkose eingesetzt werden.

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler 2007

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