Computertomographische Vermessung der Brust- und Lendenwirbelsäule von Hund und Katze zur Ermittlung eines optimalen Implantationswinkels bei der chirurgischen Versorgung von Wirbelfrakturen und -luxationen

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Die chirurgische Versorgung von Wirbelfrakturen und -luxationen der Brust- und Lendenwirbelsäule von Hund und Katze stellt für den behandelnden Tierarzt eine besondere Herausforderung dar. Implantationen von Pins oder Schrauben in den Wirbelkörper bergen sowohl die Gefahr einer iatrogenen Verletzung des Rückenmarks als auch die Gefahr einer Penetration von großen Gefäßen (V. azygos, Aorta), bzw. des Lungenparenchyms. Weder für den Hund noch für die Katze existieren einheitliche Vorgaben bezüglich eines sicheren oder optimalen Implantationswinkels in den Wirbelkörper. Daher war das Ziel der vorliegenden Arbeit die Ermittlung eines sicheren, bzw. optimalen Implantationswinkels für die Brust- und Lendenwirbelsäule bei Hund und Katze. Für die vorliegende Studie wurden 27 Rauhaardackel, 25 Deutsche Schäferhunde und 25 Europäisch Kurzhaarkatzen einer computertomographischen Untersuchung der Wirbelsäule unterzogen. Im Anschluss wurden die Wirbeldiameter im Transversalschnitt an drei Lokalisationen vermessen: kaudal der kranialen Endplatte (Lok A), in der Mitte des Wirbels (Lok B) und kranial der kaudalen Endplatte (Lok C). Die Messung an diesen drei Lokalisationen wurde vorgenommen, um zu evaluieren, ob innerhalb eines einzelnen Wirbels unterschiedliche optimale Implantationswinkel existieren. Bestimmt wurden der vertikale Durchmesser des Wirbelkörpers, die Mitte des Wirbelkörpers und der optimale Implantationswinkel. Als optimal, bzw. sicher galt der Winkel, wenn das Implantat an der dünnsten Stelle des Wirbels (Pedikel) von allen Seiten von gleich viel Knochen umgeben war. Zusätzlich sollte das Implantat einen größtmöglichen Abstand zum Wirbelkanal aufweisen, um eine iatrogene Verletzung des Rückenmarks intra operationem zu vermeiden. Es wurden hinsichtlich der Tierarten signifikante Unterschiede ermittelt. So liegt bei der EKH der Mittelwert des optimalen Implantationswinkels über alle Brustwirbel und Lokalisationen mit 55,1° bis zu 16,8% höher, als der Mittelwert der untersuchten Hunderassen. Ein ähnliches Ergebnis wurde für die Lendenwirbelsäule ermittelt: mit 67,0° liegt der Mittelwert der EKH bis zu 15,9% höher als die Mittelwerte von DSH und RHD.Auch bezüglich der einzelnen Wirbel wurden signifikante Unterschiede nachgewiesen; die höchsten Mittelwerte wurden in der kranialen und in der kaudalen Brustwirbelsäule ermittelt (Th 1 62,9°; Th 13 58,6°), die niedrigsten Mittelwerte fanden sich im Bereich Th 4 9 (47,9° - 45,3°). Im Hinblick auf die einzelnen Lokalisationen im Wirbelkörper konnte gezeigt werden, dass zwischen Lokalisation A und B keine signifikanten Unterschiede bezüglich eines sicheren Implantationswinkels bestehen. Lokalisation C hingegen zeigt konstant höhere Winkel im Vergleich zu den beiden kranialen Lokalisationen. Die vorliegende Arbeit kann keine gemeingültige Richtlinie für einen optimalen Implantationswinkel bei Hund und Katze liefern, da weiterführende Studien nötig sind, um eine tierart- und rasseübergreifende Aussage treffen zu können.Für die drei untersuchten Gruppen jedoch kann eine Empfehlung hinsichtlich des optimalen Winkels im Bereich des thorako-lumbalen Übergangs gegeben werden. Da dies eine Prädilektionsstelle für knöcherne Verletzungen der Wirbelsäule ist, zeigen die Ergebnisse dieser Studie eine hohe klinische Relevanz.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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