Carl von Eicken wurde am 31.12.1873 in Mülheim an der Ruhr geboren.
Nachdem Umzug der Familie nach Hamburg besuchte er das Realgymnasium des Johanneums in Hamburg und bestand dort 1893 die Reifeprüfung und legte anschließend die humanistische Ergänzungsprüfung in Plön ab. Inspiriert von seinem Onkel und Vorbild Otto Fischer, Arzt in Köln, begann er sein Medizinstudium in Kiel im Jahre 1893 und bestand am 09.05.1899 das Staatsexamen mit der Note summa cum laude und wurde bereits wenige Tage später am 15.05.1899 in Heidelberg mit einer Dissertation über die 'Desinfektion inficierter Wunden' bei V. Czerny promoviert.
Nach seiner Militärzeit und halbjähriger Assistenzzeit bei V. Czerny begann er im Jahre 1901 seine Facharztausbildung zum Oto-Rhino-Laryngologen. Bereits im Jahre 1903 konnte er sich aufgrund einer Arbeit über 'Die klinische Verwertung der direkten Untersuchungsmethoden der Luft- und Speisewege' habilitieren. Um jedoch eine Professur zu erlangen, war es für C. von Eicken unausweichlich, sich in mehreren Hospitationen bei W. Kümmel, A. Passow und Fr. Siebenmann umfassend auf alle drei Fachgebieten ausbilden lassen. Im Jahre 1909 wurde ihm der Titel a. o. Professor verliehen sowie die Venia legendi für Laryngo-Rhinologie im Jahre 1908 und für Otologie im Jahre 1909 erteilt.
Im Jahre 1910 trat er die Nachfolge E. Leuterts in Gießen an und wurde Leiter der 1913 neugebauten Hals-, Nasen-, Ohrenklinik in Gießen.
Mit der Ernennung zum außeretatsmäßigen ordentlichen und später 1920 zum ordentlichen Professor, verbunden mit Sitz und Stimme in der medizinischen Fakultät, sowie einer aufs Neueste eingerichteten Klinik, waren optimale Bedingungen geschaffen, neue Diagnose- und Therapieverfahren anzuwenden und wissenschaftlich arbeiten zu können. All dies blieb seinen Vorgängern in Gießen verwehrt.
Im Jahre 1922 verließ C. von Eicken Gießen und nahm einen Ruf auf den Lehrstuhl seines verstorbenen Lehrers G. Killian in Berlin an. Dank seines Organisationstalentes wurde in Berlin die Klinik auf Neueste eingerichtet. Unter der Leitung von Eickens fand im Jahre 1936 in Berlin ein Internationaler Kongress der Hals-, Nasen-, Ohrenärzte statt, auf dem er unter anderem die Entwicklung neuer Hörgeräte zu einem Hauptthema des Kongresses machte.
C. von Eicken veröffentlichte von 1899 bis 1951 nachweislich über 100 Arbeiten, die sich insbesondere immer wieder mit neuen Erkenntnissen und seinen Erfahrungen auf dem Gebiete der unter G. Killian erlernten direkten und indirekten Untersuchungsmethoden der Luft- und Speisewege befassten. In seinen wissenschaftlichen Bemühungen wandte C. von Eicken sich in erster Linie klinischen Fragen zu. Experimentelle Arbeiten traten an Zahl und Bedeutung in den Hintergrund, sagte ihm doch die geduldige und ruhige Laborarbeit nicht so sehr zu. Seine wissenschaftlichen Fähigkeiten gepaart mit der Gabe der Menschenführung, machten C. von Eicken zu einem hervorragenden Lehrer, herausragenden Arzt und Repräsentanten seiner Fachdisziplin.
Von Eicken und anderen Pionieren dieses damals noch jungen Spezialfaches war es zu verdanken, dass die nun in einem Fach zusammengefassten bisher getrennten Fachgebiete nicht nur lästiges Anhängsel der sogenannten Hauptfächer der inneren Medizin und Chirurgie blieben, sondern zu einem eigenständigen Fachgebiet mit Sitz und Stimme in der Fakultät wurden.
Erst im hohen Alter von 77 Jahren im Jahre 1950 wurde C. von Eicken von seinen Ämtern entbunden. Im Alter von 87 Jahren verstarb er am 29.06.1960 bei seinen Töchtern in Heilbronn an Herzschwäche.
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