Lateralität der D2-Dopamin-Rezeptoren in den Basalganglien bei Patienten mit akuter schizophrener Psychose
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Zusammenfassung
Es gibt zahlreiche Hinweise, daß Schizophrenie mit bedeutsamen Veränderungen der cerebralen Asymmetrie und Lateralität von Funktionen vergesellschaftet ist. Die entscheidende Rolle des Dopamins für die Wirkung antipsychotischer Substanzen sowie seine Rolle in der Genese der Schizophrenie ist gut belegt. Zentrale Bedeutung besitzen die Basalganglien, die Fasern aus allen Teilen des Cortex erhalten und über eine Hauptprojektion zum Thalamus afferente Impulse zum Kortex modulieren. Ziel dieser Untersuchung war es, die Lateralität im D2-Dopaminergen System bei unmedizierten, akut an Schizophrenie Erkrankten mittels Jod-123-IBZM-SPECT nachzuweisen und jener bei gesunden Kontrollpersonen gegenüberzustellen. Methoden: Untersucht wurden 12 unmedizierte schizophrene Patienten (DSM-III-R Diagnose) und 14 Kontrollpersonen. Es wurden 185 MegaBecquerel Jod-123-IBZM intravenös verabreicht. Eine Stunde post injectionem wurden mit einer rotierenden Dreikopf-Szintillationskamera in 6 Grad Winkelschritten 60 Projektionen erfaßt. Die weitere Datenverarbeitung erfolgte, indem quaderförmige Volumes-of-interest durch die Basalganglien gelegt wurden. Die counts der gewählten Volumen wurden auf Linienprofile aufgetragen. Anschließend wurde eine Regressionsgerade über die Linienprofile gelegt. Als Lateralitätsindex wurde die Steigung dieser Geraden definiert, welche in direktem Zusammenhang mit der asymmetrischen D2-Rezeptorverteilung über beide Hirnhälften in Zusammenhang steht. Ergebnisse: Mittelwert des Lateralitätsindex bei der Patientengruppe: -0,736 (Standartabweichung: 1,272); Mittelwert der Kontrollen: 0,366 (Standartabweichung: 0,827). Es zeigt sich ein signifikanter Unterschied des Lateralitätsindex im Gruppenvergleich (Wilcoxon-Test, p<0,03). Die akut schizophrenen Patienten zeigen ein höheres Maß an Asymmetrie der D2-Dopamin-Rezeptorverteilung über beide Hemisphären. Unter Berücksichtigung der Vorzeichen ergibt sich darüberhinaus, daß die Schizophrenen rechts eine höhere Rezeptordichte aufweisen, die Kontrollen links. Die Lateralisierung der D2-Rezeptoren ist somit zwischen den Gruppen entgegengesetzt und bei den Patienten stärker ausgeprägt. Zusammenfassung: Akut Schizophrene zeigen im Vergleich zu gesunden Kontrollen eine stärkere Asymmetrie der D2-Dopaminrezeptoren und eine entgegengesetzte Lateralität der Rezeptorendichte. Dies kann mit Jod-123-IBZM-SPECT gezeigt werden. Dieses Ergebnis stütz Hinweise auf lateralisierte Defizite bei Schizophrenen und stellt eine Verbindung zwischen solchen Befunden und der Dopaminhypothese her.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Wettenberg : VVB Laufersweiler 2004
