IgG-Subklassenverteilung antineuronaler und antinukleärer Autoantikörper bei neuroimmunologischen Erkrankungen

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Paraneoplastische neurologische Syndrome (PNS) sind Erkrankungen, die im Zusammenhang mit einem Tumor auftreten, jedoch nicht auf einen lokalen Effekt des Tumors oder seiner Metastasen zurückgeführt werden können. Die neurologische Symptomatik zeigt sich häufig vor Diagnosestellung des Tumors. Bei einem Teil der PNS-Patienten lassen sich hochspezifische antineuronale Autoantikörper nachweisen, die als frühe diagnostische Marker für ein PNS gelten. Kürzlich konnte eine Untergruppe der PNS mit hochtitrigen antinukleären Antikörpern (ANA) mit und ohne begleitende antineuronale Antikörper beschrieben werden. In dieser Arbeit wurde untersucht, ob sich die IgG-Subklassenverteilung antineuronaler und antinukleärer Autoantikörper bei Patienten mit PNS und Patienten mit nicht-paraneoplastischen Autoimmunerkrankungen unterscheidet und dies möglicherweise einen diagnostischen Vorteil bietet.Es wurde Serum von 70 Patienten sowie 20 Gesunden in folgende Gruppen eingeteilt: Kollagenosen (IRD), definitives PNS (Para), mögliches PNS mit antinukleären Antikörpern (Para-ANA), andere neuroimmunologische Erkrankungen (OND) und Gesundkontrollen (HC). Die Analyse der antineuronalen und antinukleären Autoantikörper und deren IgG-Subklassen wurde mittels indirekter Immunfluoreszenz, Immunoblot mit rekombinanten Antikörpern und Western Blot durchgeführt. Zum Nachweis von oberflächenbindenden Antikörpern und deren IgG-Subklassen diente die Durchflusszytometrie.In dieser Arbeit fand sich am häufigsten unter den antineuronalen Antikörpern der Para-Gruppe der Anti-Hu Antikörper, der vorherrschend in der Subklasse IgG1, aber auch in den Subklassen IgG2 und IgG3 nachgewiesen werden konnte (p<0.0001). Der Anti-CV2/CRMP5 Antikörper, den wir am zweithäufigsten fanden, beschränkte sich vor allem auf die IgG2-Subklasse (p<0.05). ANA der IRD- und der Para-ANA-Patienten waren in der vorliegenden Studie in den Subklassen IgG1, IgG2 und IgG3 vorhanden. Die Tumorpatienten mit PNS und ANA (Para-ANA-Gruppe) waren zu 100% IgG3-positiv und zu je 62.5% IgG2- bzw. IgG1-positiv. Hingegen waren die IRD-Patienten zu 55.5% IgG3-positiv, zu 38.8% IgG2-positiv und zu 66.6% IgG1-positiv. Diese Subklassenverteilung der ANA der IRD-Gruppe unterschied sich signifikant von der Para-ANA-Gruppe (p<0.0001).Bei der Untersuchung von oberflächenbindenden Autoantikörpern fand sich ein signifikanter Unterschied in der Häufigkeit extrazellulärer Bindungen der IRD- und der Para-ANA-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe (p<0.0001). Die oberflächenbindenden Autoantikörper der IRD- und der Para-ANA-Gruppe waren mehrheitlich IgG1-positv. Der Unterschied in der ANA-Subklassenverteilung von IRD- und Para-ANA-Patienten lässt eine diagnostische Relevanz für die Unterscheidung zwischen einer rheumatischen nicht-paraneoplastischen und einer paraneoplastischen Erkrankung vermuten. Allerdings findet sich hier keine ausreichend hohe Trennschärfe, so dass die diagnostische Relevanz derzeit fraglich ist. Die Diagnose eines zugrundeliegenden Tumors lässt sich besser durch die Bestimmung begleitender antineuronaler Antikörper oder die Bestimmung der Subklassenverteilung des Gesamt-IgG abschätzen, als durch die reine ANA-Subklassenanalyse.

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