Untersuchungen zum vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor im Rahmen von Gestationsdiabetes
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Zusammenfassung
Die schwangerschaftsspezifische Erkrankung Gestationsdiabetes mellitus (GDM) zählt zu den am häufigsten auftretenden Komplikationen in der Schwangerschaft. Bei GDM liegt eine Dysfunktion des Endothels vor und die Komplikation geht mit einer veränderten Angiogenese und Vaskularisierung der Plazenta einher. Der vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktor (VEGF) ist einer der hauptverantwortlichen Faktoren für die Vaskulo- und Angiogenese. Während der Schwangerschaft und der plazentaren Entwicklung ist diese von entscheidender Bedeutung und das Zustandekommen einer erfolgreichen Schwangerschaft setzt eine funktionierende Interaktion zwischen maternalem und fetalem Gewebe voraus. Diese ist nur bei adäquater Vaskularisierung der Plazenta möglich. Die vorliegende Arbeit untersucht den Wachstumsfaktor VEGF im Rahmen von GDM. VEGF besitzt mehrere Isoformen, wobei der Spleißvariante VEGF165b eine antiangiogene Eigenschaft zugesprochen wird. Störungen in der Expression des Wachstumsfaktors könnten eine bei GDM auftretende Angiopathie und eine veränderte fetale Entwicklung erklären. Außerdem sollte in dieser Dissertation untersucht werden inwiefern die Methodik (Wahl des Probenmaterials, Messzeitpunkt) der Konzentrationsbestimmung von VEGF einen Einfluss auf das Ergebnis hat. Für die Studie wurden insgesamt Blutproben von 133 Frauen untersucht, darunter 100 gesunde nicht schwangere Frauen, 18 gesunde schwangere Frauen sowie 15 Frauen mit GDM. Mittels ELISA wurde im Blut der Patientinnen die Konzentration von VEGF A und deren Spleißvariante VEGF165b gemessen. Dies fand insgesamt zu sieben definierten Zeitpunkten während der Schwangerschaft und drei Mal post partum statt. Außerdem wurden 40 Plazentaproben aus Schwangerschaften mit GDM immunhistochemisch auf die Expression von VEGF A und VEGF165b untersucht und mit 40 gesunden Kontrollen verglichen. Die Untersuchung der Konzentrationen von VEGF (VEGF A und VEGF165b) ergab signifikant unterschiedliche Ergebnisse zwischen Serum und Plasma. Zwar konnte nicht durchgehend ein einheitliches Ergebnis gewonnen werden, ob die Messung aus Serum oder Plasma höhere Werte liefert, aber es steht fest, dass das verwendete Medium einen Einfluss auf die VEGF-Konzentration ausübt. Aufgrund möglicherweise verfälschter Ergebnisse in Serummessungen, die auf die Freisetzung von gespeichertem VEGF aus Thrombozyten während der Blutgerinnung zurückzuführen sind, sollten Konzentrationsbestimmungen des Wachstumsfaktors aus Plasma erfolgen. Dabei konnte in dieser Studie gezeigt werden, dass auch die Art des Plasmas das Ergebnis der VEGF-Konzentration beeinflusst. Außerdem übt auch der Messzeitpunkt Einfluss auf das Ergebnis aus. Um VEGF-Werte im Verlauf einer Schwangerschaft miteinander vergleichen zu können, muss darauf geachtet werden, dass die Konzentrationsmessung bzw. der Zeitpunkt der Probennahme zum gleichen Schwangerschaftszeitpunkt stattfand. Zwischen den Gruppen Gesunde Schwangere und Schwangere mit GDM konnten Unterschiede in der Konzentration von VEGF A und VEGF165b ermittelt werden, die jedoch nicht signifikant waren. Es wird angenommen, dass weitere angiogenetische Faktoren innerhalb einer multifaktoriellen Entwicklung der Plazenta für die veränderte plazentare Angiogenese und Vaskularisierung bei GDM verantwortlich sind. Postpartal zeigen die Konzentrationen von VEGF A und von VEGF165b eine Annäherung zwischen den Gruppen. Dies könnte für eine Normalisierung des Stoffwechsels nach GDM sprechen und ist ein weiterer Aspekt im Modell, dass es sich bei einer Schwangerschaft um einen Stresstest für den Kohlenhydratstoffwechsel des maternalen Organismus handelt. Analog dazu zeigt sich im Krankheitsbild der Präeklampsie eine Stresssituation für Blutdruck und Nieren, deren pathogenetische Faktoren sich ebenfalls nach Entbindung zu revidieren scheinen. Beide Entitäten haben jedoch ein erhöhtes Risiko des Wiederauftretens mit fortschreitendem Lebensalter oder erneuter Schwangerschaft, so dass eine intensivere internistische Nachsorge dringend erforderlich ist. In der immunhistochemischen Auswertung der Plazentaschnitte konnte kein signifikanter Unterschied in der Expression von VEGF A und VEGF165b zwischen gesunden Plazenten und denen aus Schwangerschaften mit GDM gesehen werden. Diese Beobachtung steht im Einklang zu den erhobenen Daten aus den Blutuntersuchungen mittels ELISA, die keinen signifikanten Unterschied der VEGF-Konzentration im peripheren Blut zwischen gesunden Schwangeren und Schwangeren mit GDM zeigten. Die Fallzahl der präsentierten Studie ist zu gering, um endgültige Aussagen treffen zu können. Es wäre wünschenswert die Repräsentativität der Ergebnisse an größeren Kollektiven zu überprüfen. Für die veterinärmedizinische Forschung wäre es sinnvoll, ein Modelltier auf ähnliche Parameter wie in der vorliegenden Studie zu untersuchen. Da auch Hunde an GDM erkranken können, würde sich die Untersuchung dieser Spezies anbieten. Dabei ist die Fragestellung interessant, ob ein Analogieschluss zwischen Mensch und Tier gezogen werden kann.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
