Zur Messung von LTC4, LTD4 und LTE4 im Liquor cerebrospinalis bei Patienten mit Subarachnoidalblutung wurde ein HPLC - Verfahren entwickelt, das den ersten Extraktionsschritt durch eine Vorsäule ersetzt, die durch ein Schaltsystem an die Hauptsäule gekoppelt wird.
Davor erfolgte lediglich eine einfache Aufbereitung durch Zugabe von MeOH und 20 - TFE4 als interner Standard zur Probe sowie eine nachfolgende Ultrafiltration.
Nach Testung mehrerer Säulen wurde die Pinkerton 4,6 x 250 mm bei einer Flussmittelzusammensetzung von 55% MeOH : 45% wässriger Acetat - Lösung (0,1%, pH 7,2) als Vorsäule zur 4 x 250 mm Inertsil ODS - Hauptsäule mit einer Flussmittelzusammensetzung von 68% MeOH : 32% Acetat - Puffer (0,1%, pH 5,6) verwendet. Die abschließende Elution der Substanzen erfolgte in der Reihenfolge 20 - TFE4, LTE4, LTD4 und LTC4. Dabei wurde LTC4, das bei Subarachnoidalblutungen und anderen Hirnerkrankungen im Hinblick auf die Entwicklung eines Vasospasmus besondere Relevanz zeigt, besonders gut getrennt.Nach Sammlung von Fraktionen wurde deren Quantifizierung mittels eines ELISA durchgeführt.
Bei 35 Liquorproben von 10 Patienten mit Subarachnoidalblutung, die aus unterschiedlichen Zeitpunkten nach dem Ereignis stammten, waren LTC4, LTD4 und LTE4 mit 459 ± 516 pg/ml, 187 ± 146 pg/ml und 206 ± 128 pg/ml im Vergleich zu den 5 Kontrollproben mit 147 ± 45 pg/ml, 176 ± 108 pg/ml und 128 ± 128 erhöht.Diese Tendenz zeigte sich vor allem für LTC4 auch bei anderen Autoren.
Je 10 mit internem Standard und Cys - LT dotierte H2O und Liquorproben aus einem Pool zeigten durchschnittliche Widerfindungsraten von 88,8 ± 5,2% bzw. 71,9 ± 3,6%, während die 20 - TFE4 - Werte im Patientenliquor bei 75,5 ± 18,6% lagen. Die Spezifität des Verfahrens wies beim t - Test für unabhängige Variablen ein p < 0,01 auf.
Aufgrund der geringen Diskrimination der Leukotriensubtypen nach der Ultrafiltration und des fehlenden Vorkommens von 20 - TFE4 im menschlichen Organismus konnte 20 - TFE4 als Maß für den Substanzverlust herangezogen werden. Die Sensitivität für die zu bestimmenden Cys - LT lag nach einer Verdünnungskurve bei 0,5 ng/Injektion und war damit im unteren Bereich der bei biologischen Proben vorkommenden Konzentrationen. Durch den ELISA wurde sie auf 10 pg/ml angehoben.
Bei insgesamt guter Sensitivität, Spezifität und Reproduzierbarkeit wäre durch eine Automatisierung von Probeneinspritzung, Ventilfunktion und Probensammlung auch eine Anwendbarkeit dieser Methode in der Routinediagnostik gegeben. Eine Analyse von Plasma und unter entsprechender Aufbereitung auch von Urin ist denkbar.
Das Verfahren ist gegenüber HPLC - Methoden mit manueller Kartuschenextraktion aufgrund der Vortrennung über eine Chromatographie in einer Vollsäule überlegen. Zudem ist die Durchführbarkeit schneller und die Widerfindungsraten sind insgesamt besser.
Die klinische Konsequenz einer Leukotrienbestimmung im Liquor könnte neben der Verlaufsdiagnostik auch therapeutische Schritte beinhalten (z.B. Gabe von Leukotrienantagonisten bei Vasospasmus der Cerebralgefäße).
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